Ersatz-Tonabnehmer für die alten Schätzchen?

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Norbert
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Ersatz-Tonabnehmer für die alten Schätzchen?

#1 Beitrag von Norbert » 06.10.2009, 20:06

Hallo zusammen,

hin und wieder kommen Ersatz-Anfragen bezüglich den Kristall-Tonabnehmern für die Schneewittchensärge bzw. Phonochassis PC 3, PC 4.

Weiß jemand, ob es noch eine Quelle dafür gibt? Originale/NOS wohl nicht mehr, aber vielleicht Nachbauten. Oder sind die Chancen da hoffnungslos, daß man gleich sagen kann, der Plattenspieler dient nur noch zur Zierde?

Wie sieht es mit Ersatznadeln aus?

Einstweilen schankedön :wink:

Gruß, Norbert
Zuletzt geändert von Norbert am 10.02.2011, 20:31, insgesamt 1-mal geändert.
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#2 Beitrag von Norbert » 08.10.2009, 22:29

Hallo,

durch Zufall gefunden - HSE Schmidt Elektronik repariert defekte, alte Kristalltonabnehmer durch Einsetzen von neuen, gezüchteten Seignettesalz-Kristallen. Vielleicht ist das was? Fragen kost nix:

HSE Schmidt Elektronik
Wiesenstraße 18
91522 Ansbach

Tel. 0981-87617

Gruß, Norbert
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Rollo
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#3 Beitrag von Rollo » 09.10.2009, 11:40

Hallo,

der Link ist ja Klasse!

Auch den Service für:

Drehknöpfe und Drucktasten sowie
Antriebsräder, Gummiteile

scheint erwähnenswert.

Zuerst musste ich aber lachen (natürlich aus Dummheit und Unwissenheit) denn mir kam zuerst das YPS Heft mit den Alaun-Kristallen in den Sinn.

Allen noch ein schönes Wochenende!

:D
MfG Rollo

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#4 Beitrag von braunfreund » 17.03.2011, 17:25

Hallo,

eine weitere Bezugsquelle für die alten Kristalltonabnehmer ist
www.schallplattennadeln.de , dahinter verbirgt sich Axel Schürholz aus Geseke.

Er hat unter Kristall- Tonabnehmer A-Z derzeit einen ELAC KST102 für 69,95 EUR drin stehen, weiterhin für die PC3- Stereoversion mit Strippchenanschluss (z.B. atelier1, Musikschränke) einen Merula STK490 für 39,95 EUR. Stattdessen könnte auch der Ronette Stereo 105 verwendet werden (gleicher Preis). Für die alten Mono- PC3 (SK4, SK5) mit Kontaktfedern hinten am TA- System müsste auch der Ronette TO284 passen.

Schwierig ist ein Ersatz für den KST107 des PS2- Laufwerks (Bananentonarm mit meist zerbrochenem Plastikkopf), das Teil ist mit nichts kompatibel. Die Nadel dazu gibts (wie auch die Merula- Nadeln) ebenfalls bei Axel Schürholz.

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Re: Ersatz-Tonabnehmer für die alten Schätzchen?

#5 Beitrag von axel.schebach » 18.02.2015, 16:15

Hello liebe Braun-Freunde

Als neuer Besitzer eines SK55 bin ich nun auch neues Mitglied im Braun Forum und komme gleich mit einer Frage passend zum Thema oben:

Mein SK55 spielt alte Platten in passabler Qualität ab. Allerdings habe ich eine neue Amy Winehouse 45rpm Platte versucht und dabei springt die Nadel/der Kristall mehrmals pro Sekunde.
Eventuell ist so eine neuere Pressung mit heutiger Fertigungstechnik etwas feiner gerillt? Zu fein für den alten Kristall?

Meine Frage: gibt es für den SK55 auch eine passende Nadel als Ersatz für den Kristall, die fein gearbeitete Platten abspielen kann und keinen Schaden verursacht?
Was spricht sonst generell für einen Kristall?


Unter folgendem Link konnte ich ein angebliches Ersatzteil finden - bin mir aber nicht sicher, ob dies das Problem behebt:

https://www.topkaufmunich.de/plaintext/ ... /dm110.php

Besten Dank und liebe Grüsse,

Tobi
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Re: Ersatz-Tonabnehmer für die alten Schätzchen?

#6 Beitrag von braunfreund » 22.02.2015, 09:06

Hallo Tobi,

es gibt bei den Langspielplatten zwei unterschiedliche Rillenformate: Mikrorillen für 25 µm Nadelradius und Stereorillen mit etwa 17 µm Nadelradius. Ältere Platten mit der Aufschrift "Stereo, auch mono abspielbar" hatten tiefere Rillen, so dass auch eine alte 25µm Mononadel (z. B Merula- Tonabnehmer vom SK4) einwandfrei in diesen Rillen laufen.

Die heutige Amy Winehouse- Platte ist wahrscheinlich so geschnitten, dass sie nur noch mit 17 µm- Nadeln abgespielt werden kann. Eine 25µm- Nadel würde dann nicht tief genug in die Rille eintauchen und herausspringen.

Nun ist es aber so, dass der SK55 bereits einen Stereotonabnehmer KST107 enthält (im Gerät auf Mono gebrückt), der sollte eigentlich 17 µm haben. Ich tippe auf etwas anderes, das bei älteren Tonabnehmern oft vergessen wird: Die Nadelhalterung ist verhärtet. Sie besteht aus einem Weich- Kunststoff oder Gummi, der im Laufe der Jahrzehnte verhärtet. Dann lässt sich die Nadel nur noch schwerer seitlich auslenken. Dies sollte besonders bei einer Stereorillen- Platte zum Tragen kommen. Auch beim kauf von "neuen" Tonnadeln in alten Radiogeschäften, wo diese schon Jahrzehnte gelegen haben, sollte man dies berücksichtigen.

Ich würde bei Axel Schürholz ( http://www.schallplattennadeln.de" onclick="window.open(this.href);return false; ) anfragen, er kennt sich mit den Nadeln für alte Braun- Plattenspielern aus, und dürfte eine passende Ersatznadel für den KST107 im Sortiment haben.

Viele grüße

Lutz

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Re: Ersatz-Tonabnehmer für die alten Schätzchen?

#7 Beitrag von wickerge » 22.02.2015, 11:09

Hallo Tobi,
die Leichtgängigkeit aller Tonarmgelenke hast Du geprüft? Vielleicht kannst Du da auch noch etwas rausholen.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Ersatz-Tonabnehmer für die alten Schätzchen?

#8 Beitrag von axel.schebach » 24.02.2015, 17:43

Herzlichen Dank Lutz & Gerhard!

Jetzt weiss ich schon mehr, woran es liegen kann. Ich werde mit Axel Schürholz Kontakt aufnehmen!

Hab mir den Tonabnehmer jetzt genauer angeschaut und gesehen, dass er darüberhinaus nicht gerade sauber ist. Wie reinigt man den am besten? Mit Wattestäbchen?

Ich habe ausserdem im Netz gelesen, dass der SK55 teilweise als Plattenhobel bezeichnet wird, dem manche Audiophile ihre Platten niemals anvertrauen würden. Kann ich hier anstatt eines Originalteiles ein sanfteres Bauteil einbauen? Wie steht ihr dazu?

Bin mir nicht sicher, in welchem Zustand meine Nadel/Tonabnehmer sind. Anbei ein paar Bilder. Falls euch etwas auffällt, bin ich dankbar für Hinweise.

Jedenfalls LIEBE ich meinen SK55! Habe ihn von meiner Tante geerbt, wo er seit den 60er Jahren am gleichen Ort gestanden hatte. Ich werde nun sogar die Wohnzimmermöbel passend zum SK55 auswählen :-)

Lieben Gruss,

Tobi

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Re: Ersatz-Tonabnehmer für die alten Schätzchen?

#9 Beitrag von braunfreund » 27.02.2015, 09:06

Hallo Tobi,

zum Thema "audiophilie Platten": Es ist zu berücksichtigen, dass alte Kristalltonabnehmer eine geringere Nadelnachgiebigkeit als moderne Magnetsysteme haben, d. h. die durch die Nadelauslenkung der Schallplattenrille aufgewendete Kraft ist höher, was zu stärkeren Belastungen der Schallrillen führt. Die Kristallplättchen müssen hin- und hergebogen werden, damit die die Tonspannung erzeugen. Das ist auch dann der Fall, wenn ein neuer Nadelträger mit einer schön weichen Gummilagerung eingesetzt wurde. Außerdem ist der Auflagedruck des SK55 höher (ca. 6-10 g). Ich würde deshalb solch "heilige" Platten nicht mit dem SK55 spielen. Früher nahm man das nicht so genau, wenn der SK55 der einzige Plattenspieler im Haushalt war und nicht noch ein hochwertiges Gerät (wie etwa ein PS500) mit entsprechender Anlage vorhanden war.
Kristalltonabnehmer dieser Art gibt es teilweise bei den billigen "USB- Plattenspielern" heute noch !

Hier der Link, um ggfs. die Nadel zu bestellen (die habe ich auch schon eingesetzt, damit gibt's dann eine neue, weiche Nadelaufhängung):

http://www.schallplattennadeln.de/SAPHI ... amant.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Ich würde den Tonabnehmerkopf nicht zu oft nach oben drehen, sonst reißen die feinen Drähtchen im Tonarm womöglich ab. Der Kleber zwischen Plastik- Tonarmkopf und Alu- Rohr hat sich heute bei nahezu allen diesen Plattenspielern gelöst. Wiedereinkleben mit "Pattex", mit Zahnstocher auftragen und dann ins Rohr schieben. Waagerecht ausrichten !

Viel Spaß beim Plattenhören wünscht

Lutz

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