Ruhestrom einstellen

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MeisterLampe
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Ruhestrom einstellen

#1 Beitrag von MeisterLampe » 21.08.2011, 20:18

Hallo Leute.
Hab eine Frage, die sicher schon mal gestellt wurde, aber ich kann mit der Suchfunktion leider grade nichts finden.

Ich habe einige alte Transistor - Verstärker und Receiver ( CSV 500, regie 501k , Regie 510, Regie 450 , regie 308 u.A. ) in meiner Sammlung. Die meisten funktionieren gut, aber Ich würde gerne wissen, wie man in den Endstufen die Ruhestromreglung richtig einstellt. Am besten so, dass man nicht Gefahr läuft die Endstufe zu zerstören.
Ich habe ein Oszilloskop, ein Multimeter, leider keinen Tongenerator, aber immerhin einen Computer mit Soundkarte :P brauch ich sonst noch was ?

Wie geht man am besten vor ? Kann mir da jemand helfen ?

Liebe Grüße.

Meister Lampe

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Wilhelm
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#2 Beitrag von Wilhelm » 21.08.2011, 22:13

Am Besten besorgts Du Dir von jedem Geraet einen Schaltplan oder ein KD-Manual. Darin findest Du die genauen Messdaten, Messpunkte sowie die Angaben an welchem Poti Du jeweils drehen musst. Fuer die Ruhestromeinstellungen benoetigst Du keinen Messgeraetepark sondern nur ein Volt- Ampmeter.

Gruss
Wilhelm

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Wilhelm
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#3 Beitrag von Wilhelm » 22.08.2011, 04:11

Hallo Meister Lampe,
beispielsweise wird beim Regie 510 der Ruhestrom durch Spannungsmessung ueber die "dicken" Emitterwiderstaende R622-R623 (rechter Kanal) sowie R722-R723 (links) mit den zugehoerigen Trimmern R612 und R712 eingestellt. Die Spannung, gemessen ueber jeweils beide Widerstaende, soll 18mV betragen. Der Lautstaerkeregler ist zugedreht.

Gruss
Wilhelm

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#4 Beitrag von Friedel » 22.08.2011, 08:23

Ich will nicht schon wieder "besser wissen"

Aber wenn Ihr von Ruhestrom redet, dann wird im allgemeinen vom Strom geredet, der über die Emitter Widerstände fließt. Dazu muß jeweils ein Widerstand hochgelötet werden.

Ihr macht eine Spannungsmessung über die Emitterwiederstände. Da spricht man dann eher von DC-Offset. Wenn man die ganz genau messen will, so läßt man den Verstärker eine Zeit im Leerlauf arbeiten. Ich überprüfe da schon, ob der Offset in etwa passt, um keine böse Überraschung zu erleben.
Dann wird, wenn man es ganz korrekt machen will auf einen Hochpegeleingang geschaltet und der sogar mit Kurzschlußsteckern gegen Einstreuung geerdet.
Dann langsam den Wert einstellen und nach einiger Zeit nochmal überprüfen.

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#5 Beitrag von raimund54 » 22.08.2011, 12:02

Hallo,

nach dem Ohmschen Gesetz kann ich selbstverständlich den Strom über eine Spannungsmessung an einem Widerstand bestimmen, vorausgesetzt die Beeinflussung durch das Messgerät ist vernachlässigbar.

Die Messung sollte bei Zimmertemperatur erfolgen und die Enstufe einige Minuten "warmgelaufen" sein. Außerdem sollte generell der Lautstärkeregler ganz abgedreht sein.

Die Offsetspannung am Ausgang einer Endstufe ist etwas anderes und hat mit dem Ruhestrom nichts zu tun.

Gruß,

Raimund

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Wilhelm
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#6 Beitrag von Wilhelm » 22.08.2011, 13:15

Hallo Friedel,
eine Offset Spannung ist eine Spannungsabweichung von einem vorgegebenem Sollwert. Sollte z.B. die DC-Ausgangsspannung null sein, so wird man versuchen die Abweichung, den DC-Offset, so gering wie moeglich einzustellen.
Die vorgeschlagene Spannungsmessung ueber die Emitterwiderstaende findest Du auch in den Kundendienstanweisungen von Braun. Weitere Belehrungen kannst Du Dir in diesem Falle ersparen.

Gruss
Wilhelm
Zuletzt geändert von Wilhelm am 22.08.2011, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.

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#7 Beitrag von Friedel » 22.08.2011, 13:24

Wilhelm, Du bist mein "Freund". Wer mir jetzt nochmal sagt, er messe den Strom ÜBER den Widerstand, den weise ich immer und immer wieder darauf hin. Ihr könnt den Spannungsabfall messen und je nach dem fließenden Strom ändert der sich natürlich. Ihr ganzen Theorieelektroniker solltet mal lieber ein wenig Praxis schnuppern.
Im Übrigen war mein Thema wohl durchaus hilfreich, was den Ablauf der Messung angeht. Aber redet Ihr ruhig alle weiter. Mir sind die Kundendienstmanuals sehr wohl bekannt.

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Wilhelm
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#8 Beitrag von Wilhelm » 22.08.2011, 13:30

Na, da haben wir wieder einmal "Freundschaft" geschlossen.

Gruss
Wilhelm

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#9 Beitrag von Friedel » 22.08.2011, 13:41

Zur Kentniss genommen und mit "und wenn schon" abgetan. 8)

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#10 Beitrag von MeisterLampe » 22.08.2011, 17:14

Ok vielen Dank für die vielen schnellen Antworten.

Zum Glück besitze Ich die KD-Manuals der meisten Geräte. Ich sollte wohl mal genauer reinschauen.

Ansonsten bin Ich etwas geschockt von diesem Forum :...man stellt eine einfach Frage und es entbrennt gleich ein Streit :O

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#11 Beitrag von Friedel » 22.08.2011, 17:32

Das ist halt oft so, dass es nicht immer harmonisch zugeht. Würde ich mir aber keinen Kopf drüber machen. Zieh Dir Deine Infos raus, wie Du es brauchst und lass den Rest links liegen. Mache ich auch so.

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Norbert
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#12 Beitrag von Norbert » 22.08.2011, 17:56

MeisterLampe hat geschrieben:Ansonsten bin Ich etwas geschockt von diesem Forum :...man stellt eine einfach Frage und es entbrennt gleich ein Streit :O
Hallo MeisterLampe,

laß Dich dadurch nicht abschrecken. Vielleicht liegt's am momentan recht heißen Wetter :wink: In der Regel ist der Umgangston hier sehr moderat.

Auf die Angaben in den Technischen Informationen kann man sich schon verlassen. Bei manchen Endstufen mißt man den Ruhestrom z.B. direkt über eine Sicherung, bei anderen ist der Spannungsabfall über die Emitterwiderstände der Endtransistoren angegeben.

Schwitzende Grüße

Norbert
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