CE 1020, Wiederbelebung

Reine Empfänger-Bausteine außerhalb atelier/slim line
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sadomskyj
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Re: CE 1020, Wiederbelebung

#31 Beitrag von sadomskyj » 12.06.2024, 20:21

henry2 hat geschrieben: 26.04.2024, 22:47
...
Die Einstellung am R131 lässt sich normalerweise problemlos durchführen; man stellt mit ihm den Soll-Betriebsstrom von T101/T102 ein, indem man die Spannung am Messpunkt 4 (an R104 gegen +15V gemessen) auf 1,1V einstellt. Lässt sich dieser Wert nicht einstellen, so deutet dies entweder auf ein defektes Trimmpoti R131 oder auf einen defekten T101/T102 hin.

Noch ein kleiner zusätzlicher Hinweis: Eine Kontrollmessung an R107 (ebenfalls gegen +15V gemessen) zeigt uns einen gesunden AF106, wenn die Spannung dort ca. 0,3V beträgt.

....

Viele Grüße

Heinrich
Hallo Heinrich,

ich habe mich wieder mit dem CE 1020 beschäftigen können.
Bei den ersten Messungen nach Deinem o.g. Vorgehen habe ich folgende Ergebnisse erzielen können:

Die Spannung am Messpunkt 4 (an R104 gegen +15V gemessen) konnte ich ohne eingesteckte Antenne mit dem Trimmer R 131 auf 1,1V einstellen. Stecke ich dann eine Antenne in die UKW-Antennenbuchse, sinkt die Spannung auf knapp unter 0,5V.
Mit eingesteckter Antenne muss ich den R 131 bis zum einen Anschlag drehen und komme dann auf ca. 0,9V.
(Info: vor den Messungen hatte ich einen Sender eingestellt).

Die Kontrollmessung an R107 ergab etwas unter 0,26V, unabhängig davon, ob die Antenne gesteckt war oder nicht.

Die Stellung von R 131 hat die Anzeige der Feldstärke im Instrument nicht beeinflusst.

Grüße
Michael

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sadomskyj
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Re: CE 1020, Wiederbelebung

#32 Beitrag von sadomskyj » 13.06.2024, 22:08

Ergänzung zu dem Beitrag von gestern:
Ich habe heute eine vergleichende Messung an dem zweiten CE 1020 durchgeführt. Das ist der CE 1020, den ich eine Woche vor der diesjährigen braun Börse in Hamburg gekauft hatte, in einem Konvolut von 9 braun Geräten. Dieser CE 1020 ist unrevidiert und zeigt bei allen Sendern 3-4 mit dem Feldstärkeinstrument an. Die Stereolampe leuchtet auch bei Empfang meines FM-Transmitters stabil, es lässt sich auch gut die Mitte mit dem Mitteninstrument einstellen.

Mit folgenden Ergebnissen:

Die Spannung am Messpunkt 4 (an R104 gegen +15V gemessen) beträgt ohne eingesteckte Antenne ca. 0,95V. Stecke ich dann eine Antenne in die UKW-Antennenbuchse, sinkt die Spannung auf ca. 0,05V.
Ohne eingesteckte Antenne zeigt das Feldstärkeinstrument den Wert 1 an, mit eingesteckter Antenne zeigt es fast 4 an.
Die Stellung der Trimmpotis habe ich an diesem CE 1020 nicht verändert.

Die Kontrollmessung an R107 ergab etwas unter 0,25V, unabhängig davon, ob die Antenne gesteckt war oder nicht.

Grüße
Michael

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henry2
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Re: CE 1020, Wiederbelebung

#33 Beitrag von henry2 » 24.06.2024, 08:33

Hallo Michael,

jetzt hatte ich Deine letzten Posts total verpasst, da ich nicht täglich im Forum vorbeischaue und sie deshalb von audio300s Beiträgen sozusagen 'verdeckt' wurden. Sorry.

Deine Messungen am UKW-Baustein lassen darauf schließen, dass er in Ordnung zu sein scheint. Die Spannungen an T101, T102 und T103 sind soweit O.K. Tut mir leid, dass ich vergaß, Dir zu schreiben, diese Messungen außerhalb einer Senderfrequenz und ohne Antenne durchzuführen. Die Verstärkung der Transistoren T101/102 wird ja in Abhängigkeit der Feldstärke des eingestellten Senders kontinuierlich geregelt. Bei stark einfallenden Sendern wird die Verstärkung zurückgeregelt (niedrige Spannung an Messpunkt 4), bei schwach einfallenden Sendern wird sie hochgeregelt (höhere Spannung an Messpunkt 4, bis max. 1,1V).

Deine Messungen zeigen somit auch, dass die Regelstrecke funktioniert. Im Vergleich mit Deinem gut funktionierenden CE1020 wird aber deutlich, dass die Verstärkung an irgendeiner Stelle zu gering ist, da mit angeschlossener Antenne die Spannung an Messpunkt 4 nicht sehr weit heruntergeregelt wird.

Wenn der Fehler nicht im ZF-Verstärker liegt, dann vielleicht noch in der Mischstufe. Miss doch deshalb die Spannung über dem Widerstand R114. Sie sollte 0,8V betragen. Falls auch T105 in Ordnung ist, müssen wir nochmal neu überlegen.

Viele Grüße

Heinrich

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