Lautstärkeregulierung funktionslos R4/2

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kilian.lenz
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Lautstärkeregulierung funktionslos R4/2

#1 Beitrag von kilian.lenz » 28.04.2014, 08:59

Hallo an alle,

nach reparierten Display, der kompletten Überholung und der zerschossenen Endstufe gibt sich mein R4 immer noch nicht zufrieden. Nach 4 Wochen Bauzeit kam gestern der große Tag das gute Stück endlich mal an zu schließen. Leider ohne Erfolg :(

Die Lautsprecher begannen sofot sehr laut zu brummen. Als ich dann meinen Plattenspieler angeschlossen hab kam schon ein wenig Ton im Mute-Betrieb. Als ich diesen dann beendete zerschoss es mir fast die Boxen da der Verstärker anscheinend auf Vollausschlag verstärkt hat. Die Lautstärkeregulierung hatte keinen Einfluss mehr auf die Lautstärke. Als ob die Endstufe einfach nur noch raushaut was sie eben leisten kann. :gd:

Hat da irgendjemand eine Idee? Ich würde ja auf den Sony Sound IC 211 tippen.

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Uli
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#2 Beitrag von Uli » 28.04.2014, 09:14

Moin Kilian,
das kannst Du doch ganz einfach testen, trenne die Endstufe mit den Gabeln hinten und speise mal ein regelbares Signal auf der Amp.-Seite ein. Umgekehrt kannst Du es auch testen, was kommt aus dem Vorverstärker raus bei gezogenen Gabeln?

Gruß... Uli

digiview
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#3 Beitrag von digiview » 28.04.2014, 22:06

Hi Kilian,

dassss nenne ich mal mutig, direkt die Boxen anschliessen wow.

Für sowas und gerade nach einer Überholung nimmt man eigentlich einen Oscar an den Lautsprecherbuchsen und als Eingangssignal einen Sinus.

Dirk

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abig
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#4 Beitrag von abig » 28.04.2014, 23:09

hallo dirk,
dein vorschlag,dass liest sich mal recht vernüftig !

ist für mich aber ein wenig zu fachlich....
bitte kläre mich / uns auf ,wie sich deine prüfung des verstärkers darstellt :D
mit bestem gruss aus der pfalz
olli
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abig
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#5 Beitrag von abig » 28.04.2014, 23:26

nachtrag-nachfrage;
oscar habe ich in dem zusammenhang noch nicht gelesen !
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Uli
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#6 Beitrag von Uli » 28.04.2014, 23:43

Oscar, nicht zu verwchseln mit Toscar! :P

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Norbert
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#7 Beitrag von Norbert » 29.04.2014, 01:56

Hallöchen,

mein ehem. Lehrmeister bezeichnete das Ding immer als "Graf Oszillo" :wink:

Gruß, Norbert
Wenn es nach dem Löten kracht, hast du etwas falsch gemacht.
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digiview
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#8 Beitrag von digiview » 29.04.2014, 16:25

Hi,

Also bei uns in der Lehrwerkstatt hieß der Oszillograph immer Oscar.

Die Verwendung an der Lautsprecherbuchse ist eigentlich ganz einfach.

Ein Verstärker mach eigentlich nichts anderes als das, was der Name sagt: Die Eingangssignale zu Verstärken. Also wenn ich am Eingang des Verstärkers einen reinen Sinus von 400 Hz anlege, muss ich den gleichen Sinus auch an der Lautsprecherbuchse wieder finden. ( Bass , Höhen... vorausgestzt abgeschaltet).
Lediglich die Amplitude kann ich mit dem Lautstärkeknopf beeinflussen. Schalte ich also den LS Ausgang direkt statt auf einen Lautsprecher auf einen Oskar, kann ich nicht nur die ausgegeben Schwingungen darstellen, sondern auch die für die Boxen tödlichen Gleichspannungsanteile sehen. Das Knallen in Lautsprechern ist so ein Indiz für solche Anteile.
Natürlich nach einer Revision sollte man nie gleich beim Einschalten einen Lautsprecher anschliessen, man weiss ja nicht ob die Schutzsschaltung funktioniert und im Fehlerfall die Lautsprecher über die Relais abschaltet. Rauchende Lautsprecher sind im Allgemeinen sehr teuer.

Also wenn ich einen Sinus am Eingang eines Verstärkers anschliesse und am Ausgang einen Oscar, dann sehe ich auch wann der Verstärker beim Aufdehen der Lautstärke anfängt zu verzerren oder gar die Amplituden abschneidet.

Dirk

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#9 Beitrag von eleflo » 30.04.2014, 14:22

Für solche Fälle habe ich mir mal 2 8Ohm 50W Hochlastwiderstände besorgt. Da kann man der Endstufe auch mal etwas Leistung abverlangen, ohne gleich die Nachbarn zu verärgern.
Gruß Flo

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#10 Beitrag von Friedel » 01.05.2014, 01:12

um mal ein wenig klugzuscheißern 8) :

Oszillograph
Oszilloskop

auf sowas ist mein damaliger Lehrherr vor 40 Jahren rumgeritten.
Wobei mit der Einführung von digitale Speicheroszilloskopen der Name Oszillograph auch auf diese Geräte zutrifft.

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Uli
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#11 Beitrag von Uli » 04.05.2014, 06:46

Moin Kilian,

was hast Du raus gefunden?

Gruß... Uli

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kilian.lenz
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#12 Beitrag von kilian.lenz » 12.05.2014, 09:10

Oh, da hat sich ja einiges getan in letzter Zeit. Ich war auch nicht untätig. Auf die Idee mit dem Oszi hätte ich natürlich auch kommen können.

Die Boxen sind heil geblieben, aber die Endstufentranstoren haben auf einer Seite dran glauben müssen. Es hat mich bis jetzt gekostet den Fehler ein zu grenzen. Nach dem der Sinus am rechten Kanal der Endstufe ankam musste wohl der Linke die Ursache sein.

Den Sinus kann man im Übrigen sehr einfach mit dem Programm Audio Sweep Generator erzeugen, der schickt einen verstellbaren Sinus auf den Kopfhörerausgang welchen man dann mit einem Chinch Kabel perfekt in den Verstärker bekommt.

Der Trafo hat gebrummt und die Geschichte ist sehr heiß geworden was auf einen Kurzschluss schließen ließ. Dieser bewahrheitete sich dann auch, T323 und T325 waren durch. Ein Kollege gab mir den super Tipp in die Basis Emitter Strecker der beiden Transistoren eine ganz normale Diode einzulöten. So funktioniert der Verstärker nämlich erst mal, bis auf die große Verstärkung am Schluss natürlich. Gestern Abend der große Moment… ja es sind wohl nur die beiden Transtoren gestorben. Mit den Dioden stimmt der Arbeitspunkt und der Sinus wird übertragen.
Nun geht zwar die Endstufe, aber der Vorverstärker der meiner Meinung nach die Endstufe zu Fall gebracht hat macht überhaupt nichts mehr. Sinus rein, nix raus. Dem werde ich jetzt auf den Grund gehen. Gleich vor weg, zum messen aller Spannungsversorgungen bin ich noch nicht gekommen, das wird dann die Woche der erste Schritt.

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#13 Beitrag von braunerhase » 16.05.2014, 13:49

Hallo Braungemeinde,

echte teure Lautsprecher während der Tests zu verwenden macht man höchstens so lange, bis einem der erste Hochtöner durchschmort. Der verträgt nämlich in der Regel nur ein paar Watt und ist selbst mit 10 W Sinus bald am Ende.

Ich verwende für Tests daher 4,7-Ohm-Widerstände (ähnlich Conrad Bestell-Nr.: 428197-62), die ich mit Lüsterklemmen anschließe und mit kleinen Metallschraubzwingen zur Kühlung auf Aluprofile klemme. Die vertragen so kurzzeitig auch mal 100 W und zusammen mit einem Oszi kann man dem R4 so richtig auf den Zahn fühlen.

Vorsicht: bei echten Lasttests werden die Widerstände auch richtig heiß und ich habe mir dabei buchstäblich schon mal ganz schön die Finger verbrannt.

Als schöne Alternative hatte ich auch mal 12-V-Birnen (ca. 30-50 W) aus dem Auto verwendet.
Vorteil: man sieht, wenn Leistung anfällt und lässt den Test nicht versehntlich längere Zeit unter Vollast laufen bis der R4 schließlich qualmt und vibriert.
Nachteil:der Widerstand einer Glühlampe variiert mit der Temperatur und ist beim Einschalten ist sehr niedrig. Das hat aber in der Praxis nichts ausgemacht.

Viele Grüße
Michael

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#14 Beitrag von kilian.lenz » 18.05.2014, 22:03

Liebe Gemeinde,

ich habe nun alle Spannungsversorgungen auf der Vorverstärkerplatine gemessen und konnte keine fehlende ausmachen.

Also ging es den Signalweg entlang. Hinten Sinus rein und bis zum Pin 4 und 39 des IC 211 ist er auch gekommen. Nur leider kommt da nirgendwo ein Sinus mehr raus. Auf den richtigen Eingangskanal hab nich natürlich geschalten. Ist etwa der ganze CX789 den Tod der rauchtenden Siliziumwolke gestorben? Wie könnte ich das zweifelsfrei feststellen?

Bei ebay gibt es Ersatz aus Chinaland für stolze 34€. Keine Summe die man einfach mal auf den Tisch legt um dann Schrott zu bekommen.

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#15 Beitrag von kilian.lenz » 18.05.2014, 22:13

Oder noch mal anders rum: es kommt nichts mehr raus aus meinem Vorverstärker und das Signal endet am großen IC 211. Kann es noch andere Gründe haben warum nichts mehr da raus kommt? Vielleicht fehtl nur eine Freigabe o. ähnliches?

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#16 Beitrag von digiview » 19.05.2014, 20:48

Hi Kilian,

wenn nichts geht (weder rechts / links ) bei verschiedenen Audioquellen (rechts links ist ja im IC getrennt) könnte es auch sein, daß der chip nicht korrekt vom Controller angesteuert wird.
Er bekommt nicht mit,was der Controller ihm sagt, obwohl das Display korrekt bei Tasteneingaben die richtigen Anzeigen ausgibt.

... und das könnte sein, dass der Defekt nicht der CX789 sondern den CX 7976 betrifft.
.. und das währe unschön -> den gibt es nicht mehr

Dirk

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Gulugulu
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#17 Beitrag von Gulugulu » 19.05.2014, 22:32

Moin,

zunächst mal: RESET. Sollte beim R4 mit jeder sonderbaren Fehlfunktion bei ansonsten unauffälligen Befund der erste Schritt sein. Danach einfach mal die Verbindungen zur Box testen. Wäre nicht ungewöhnlich wenn sich da die Kabel durch Gammel an der Verklebung aufgelöst hätten. Und würde erklären warum am CX789 nix mehr rauskommt.

Defekte am C7976 sind zwar leider relativ häufig (häufiger als 789er), gehen meist aber ohne Totalschaden aus. Es fällt zum überwiegenden Teil nur Loudness aus. Ärgerlich, aber evtl. verschmerzbar. Den IC gibt es übrigens noch (BB), ist allerdings recht teuer.

Gruß
Andreas

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#18 Beitrag von kilian.lenz » 22.05.2014, 22:31

Der Tipp mit den Verbindungen war es! Die Leitungen 61-63 waren abgerissen. Und zwar so, dass man es erst bemerkt hat wenn man dran gewackelt hat.

Vielen Dank Andreas für den Tipp.

Nun werd ich morgen mal ein paar Lastwiderstände aus der Arbeit ausleihen und dem Ding mal ein wenig zu Leibe rücken.

Mal sehen was der Sinus am Ausgang noch so macht.

dgbraun
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Re: Lautstärkeregulierung funktionslos R4/2

#19 Beitrag von dgbraun » 22.12.2014, 16:02

"zunächst mal: RESET"
Gut gesagt, aber nicht beschrieben wie

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Re: Lautstärkeregulierung funktionslos R4/2

#20 Beitrag von v/d/b » 22.12.2014, 18:17

Moin,
ich denke nach sieben Monaten ist der oben angeregte Reset durchgeführt.
Ansonsten hilft die SuFu.
Hier ist er z.B. beschrieben.

Viele Grüße
Thomas

andreas schnadt
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Re: Lautstärkeregulierung funktionslos R4/2

#21 Beitrag von andreas schnadt » 22.12.2014, 18:21

Bitte benutze doch mal die Suchfunktion im Forum oder schau in die Bedienungsanleitung, dann klärt sich das schnell auf!
Gruß Andreas PS Thomas war schneller!
Viel Freude beim Hören !

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