R4/Netzsektion

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Litton72
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Re: R4/Netzsektion

#61 Beitrag von Litton72 » 06.02.2021, 12:33

Bild
Hallo Claus,
ich habe die Liste umgestellt und die Werte eines meiner R4 dazugetan.
Mein R4 ist noch nicht überholt oder abgeglichen, aber beide Kanäle funktionieren einwandfrei.

Gruß

Hajo
Was auf anhieb funktioniert, taugt nicht. :wink:

wickerge
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Re: R4/Netzsektion

#62 Beitrag von wickerge » 06.05.2021, 20:14

Hallo zusammen,
hänge mich mal hier an, weil Hajo hier eine schöne Messung der Spannungen an seiner R4-Enstufe gepostet hat. Ich kämpfe gerade mit einem Fehler in der Endstufe eines R4/2, bei dem eine Halbwelle im linken Kanal wegbleibt.
Also - ursprünglicher Fehler war ein verzerrter linker Kanal. Bin auf die Suche gegangen, Ruhestrom null auf dem linken Kanal, keine 1,2V / -1,2V an T331. Habe daher 2SD699-Transistoren bestellt. T331 getauscht, Gerät spielte wieder einwandfrei. Habe das Gerät dann erstmal laufen lassen und tatsächlich nach ca. einer halben Stunde war das Verzerren im linken Kanal wieder da. Habe die Spannungen an T331 nachgemessen, an allen drei Anschlüssen hatte ich +0,91 V. Habe dann T331 nochmal getauscht, Gerät spielt wieder.

An T331 messe ich direkt nach dem Einschalten (Gerät spielt wieder OK) an B= -0,47 V, an C = 1,10 V und an E = -1,10 V. Nach kurzer Zeit fängt der Kanal wieder an zu kratzen. Sofort ausgeschaltet und Gerät abkühlen lassen.Nach zwei Stunden Gerät wieder eingeschaltet, es spielt wieder i.O. und die Spannungen sind 1,1 und - 1,1 V an C und E. Das Kratzen kommt aber schnell wieder. Jetzt beim vierten Einschalten ist es von Beginn an da und die Spannung an T331 sind an allen drei Kontakten stark schwankend, um null herum.
Die beiden ausgelöteten Transistoren - der erste, originale und der zweite, schon Ersatz - sind beim Durchmessen mit dem Ohmmeter noch in Ordnung. Aber nach jedem Tausch lief das Gerät zunächst.
Als das Gerät nach dem zweiten Tausch wieder lief, habe ich auch an den anderen Transitoren der linken Seite die Spannungen gemessen. Diese waren im wesentlichen unauffällig bis auf die folgenden Werte: an T311 B = +1,1V statt bei Hajo -0,002 V und an T313 B = -1,089 V statt +1,82 V.
Hatte nach dem ersten defekten Ersatztransitor überlegt, ob das an n.i.O.Ersatz liegen könnte, aber 2V können doch kein Problem sein, auch wenn ich statt der originalen 2SD699A nur 2SD699 ohne A bekommen habe. Bin gerade ein wenig ratlos.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Uli
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Re: R4/Netzsektion

#63 Beitrag von Uli » 07.05.2021, 06:59

Moin, wenn Du Halbwelle sagst, wo misst Du sie?

Gruß Uli

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Re: R4/Netzsektion

#64 Beitrag von braunb@r » 07.05.2021, 08:45

Hallo Gerhard,

ich vermute, dass es T309 ist. Ich hatte auch mal so einen Aussetzfehler. Bei mir hatte T309 sporadisch Aussetzer.
Überprüfe mal den Spannungsabfall an R325. Das ist der Emitterwiderstand von T309. Da sollten ca. 0,6 Volt abfallen. Wenn hier 0V sind, dann leitet T309 nicht und dann kann es zu den Spannungen kommen, die du an T331 gemessen hast.


MfG
Rainer

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Re: R4/Netzsektion

#65 Beitrag von Litton72 » 07.05.2021, 09:09

Hallo Gerhard,

vorab: dies ist kein Vorschlag, wie du deinen R4 reparieren kannst, sondern nur ein Erfahrungsbericht.

In meinen Unterlagen fand ich folgendes über einen meiner R4:

Weitere Fehler:
*
Ruhestromverhalten beider Kanäle leicht unterschiedlich
*
Nach einiger Zeit schnitt der linke Kanal die untere Halbwelle ab. Das fing mit leichten Verzerrungen im Sinus (Oszi) an, wurde aber mit der Zeit immer schlimmer, bis die negative Habwelle glatt abgeschnitten wurde (Bild)
Nach längerem Suchen fand ich, dass die Collector- Leiterbahn von Q313 unterbrochen war. (Foto)
Damit dürfte auch das Problem mit dem Ruhestrom erledigt sein.
Bild

An den Lötaugen diverser Transistoren können sich Haarrisse in der Leiterbahn bilden, der Querschnitt wird immer geringer, die Leiterbahn erhitzt sich durch den Stromfluss und kann sich von der Platine lösen. Im fortgeschrittenen Stadium sieh das dann so aus:

Bild

Gruß

Hajo
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Re: R4/Netzsektion

#66 Beitrag von wickerge » 07.05.2021, 17:15

Hallo Rainer,
vielen Dank - das ist glaube ich die richtige Spur. Habe heute das Gerät wieder angeschaltet und es lief zunächst einwandfrei. Ich konnte am T331 die 1,1V / -1,1V messen und auch den Spannungsabfall von 0,6 V am R325. Dann kamen die Verzerrungen zurück und der Spannungsabfall an R325 war nur noch 0,024V. Habe jetzt den Ersatztyp 2SC3790E (den Du in einem anderen Post genannt hattest) bestellt und hoffe, dass damit das Problem gelöst ist.

Vielen Dank auch an Dich, Hajo. Ohne Deine Vergleichswerte wäre ich erstmal nicht weitergekommen. Außerdem ist es auch manchmal einfach ein wenig Aufmunterung, wenn man eine Resonanz auf seine Anfrage bekommt. Wenn man länger an so einem Gerät herumdoktert und keinen Fortschritt sieht, muss man sich seinen Frust auch mal von der Seele schreiben mit so einem Post. Um so besser natürlich wenn man tatsächlich gute Lösungsvorschläge bekommt.
Mit meiner Platine scheine ich Glück zu haben, die sieht um die Leistungstransistoranschlüsse noch ziemlich gut aus. Von unten sieht man lediglich zwei kleine angebräunte Bereiche, und zwar um T309 (siehe oben) und sein Pendant auf der anderen Seite T310.

Ich werde weiter berichten, wenn ich den T309 getauscht habe.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: R4/Netzsektion

#67 Beitrag von wickerge » 06.06.2021, 20:54

Hallo zusammen,
jetzt hatte ich zwischendurch ein richtiges Problem!

Als ich den Ersatztransistor schon bestellt hatte, wollte ich die 0,6 V Spannungsabfall an R325 nochmal messen – warum, kann ich im Nachhinein nicht mehr wirklich erklären.
Ob ich nun beim Messen abgerutscht bin oder ich durch meinen Teppichboden statisch aufgeladen war – keine Ahnung. Es knackte jedenfalls kurz im linken Lautsprecher und dann war alles stumm. Nachmessen ergab, dass auf dem linken Kanal jetzt ca. -5 V Gleichspannung waren und dadurch wohl die Schutzschaltung aktiviert war. Da hatte ich noch die Hoffnung, das nur T309 jetzt endgültig defekt war. Heute habe ich nun T309 getauscht – er war tatsächlich beim Durchmessen defekt – aber das Gerät bleibt immer noch stumm, Gleichspannung am linken Ausgang jetzt sogar -57 V.
An T311 hatte ich am Collektor +58 V, an Basis und Emitter -57V. Das war wohl die Erklärung, dass alles dahinter auch völlig daneben lag. Der Grund dafür war ein durchgebrannter Sicherungswiderstand R327. Wagemutig habe ich den R327 mit einem konventionellen ¼-Watt-Widerstand ersetzt, aber der Wagemut hat sich nicht ausgezahlt. Danach war der Sicherungswiderstand R317 durchgebrannt. Es gab also einen ernsthaften Grund für das Durchbrennen von R327. Ich habe also die verdächtigen Transistoren Q307, Q309 und Q331 für den Austausch vorgesehen und die noch fehlenden bestellt. Parallel habe ich mich mit dem Thema Sicherheitswiderstände beschäftigt. Es handelt sich dabei nach meiner Recherche um Metallfilm-Widerstände mit einer speziellen Sollbruchstelle, die wie eine Sicherung funktioniert (wir hatten das Thema weiter oben schon einmal kurz angerissen). Das einzige, was ich gefunden habe waren Widerstände 100 Ohm NFR 25, wobei aber NFR für non flamable resistor steht. Möglicherweise bräuchte man NFRS gekennzeichnete Widerstände – S für safety vermute ich. Ich habe also konventionelle Metallfilmwiderstände und NFR 25-Widerstände mit jeweils 100 Ohm ( ¼ Watt) mal einem Belastungstest unterzogen. Mit einem Labornetzteil habe ich kontinuierlich den Strom hochgefahren. Ab etwa 200 mA fängt der normaler Metallfilmwiderstand an zu rauchen und glüht am Ende wie ein Glühwürmchen. Der NFR 25 mit gleichen Werten raucht ebenfalls, glüht aber nicht sichtbar. Beide versagen erst jenseits der 250 mA. Das sind etwa 5 Watt. Die originalen, durchgebrannten Widerstände zeigen dagegen keine äusserliche Veränderung, und schlagen auch sehr schnell durch. Normale Widerstände sind also für die zusätzliche Funktion Sicherung ungeeignet.
Da ich mir nach Tausch der drei Transistoren unsicher war, ob ich damit das Problem schon gelöst habe, habe ich mir eine Bastellösung ausgedacht: ich habe in Serie zum R327 (der den ganzen Bereich absichert) eine Feinsicherung 100 mA flink eingelötet, R327 und R317 sind jetzt konventionelle Metallfilmwiderstände, aber stehend eingebaut. Dabei bin ich aber über das Problem gestolpert, das Sicherungen auch einen Widerstand haben. Dieser lag bei 30 Ohm bei dem Exemplar direkt aus der Schachtel. Ich habe daher die Sicherung mit einem 68 Ohm Widerstand kombiniert. Nach dem Anlöten des Widerstandes an die Feinsicherung war aber der Widerstand der Sicherung plötzlich nur noch 21 Ohm. R327 wurde also dadurch 10 Ohm zu gering. Ich habe das Ganze trotzdem eingebaut und siehe da, das Gerät spielt wieder. Nach einigen Minuten schaltet aber die Sicherheitsschaltung den Verstärker wieder ab, vermutlich wegen eine Gleichspannungsanteils am Lautsprecherausgang.
Habe jetzt 50 mA Kleinsicherungen mit Lötbeinen bestellt und werde dann versuchen, R327 wieder genau auf 100 Ohm einzustellen. Ich denke, mit der Bastellösung mit Glasröhrchen-Sicherung will ich sowieso nicht im Gerät lassen. Gibt es ggfs noch eine andere Idee, wie man mit dem Thema Sicherungswiderstand besser umgehen kann?

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: R4/Netzsektion

#68 Beitrag von braunb@r » 07.06.2021, 13:40

Hallo Gerhard,

die NFR25 Serie von Vishay ist nicht nur Non-Flammable, sondern auch Fusible. Du hast also den richtigen Typ ausgesucht. Sicherungswiderstände sind wirklich schwer zu bekommen.
Es käme auch noch die CMF-55-39 Reihe von Vishay in Betracht. Trotz gleicher Verlustleistung lösen sie aber noch etwas später aus als die NFR25 Typen.
Es gibt auch noch NFR25H. Die haben eine etwas höhere Verlustleistung. Man kann sich aber grob an die Abmessungen der original verbauten Widerstände orientieren. Wobei moderne Bauteile in der Regel gegenüber den älteren etwas kleiner geworden sind.

Der R327 muss übrigens nicht exakt 100 Ohm haben. Es ist lediglich ein Schutzwiderstand. 110Ohm oder 90 Ohm werden mit Sicherheit auch funktionieren. Die anderen Widerstände sollten schon stimmen, da sie teilweise Arbeitspunkt bestimmend sind.

MfG
Rainer

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Re: R4/Netzsektion

#69 Beitrag von wickerge » 07.06.2021, 19:54

Hallo zusammen,
habe jetzt mal an T331 die Spannungen gemessen: an E habe ich -2,2 V (statt Soll - 1,2), an C etwa 0 (statt + 1,2) und an B messe ich -1,2 (statt soll -0,4 bis 0,0). Ist also deutlich aus der Nulllage verschoben. Habe bei T309 den empfohlenen Ersatztyp 2SC3790 verwendet und wie schon erwähnt einen etwas zu niedrigen Widerstand bei R327.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: R4/Netzsektion

#70 Beitrag von Litton72 » 07.06.2021, 21:50

Hallo Gerhard,

am Kollektor vom T 331 sollte eine Spannung von ca. Plus 1,2V anliegen.
Wo kommt die positive Spannung her? Über R327 / R317 vom T307.
Wenn R327 / R317 und T307 ok sind, vergleiche die Spannungen der Emitter von T303 und T305 sowie am Pluspol von C311 mit den Werten der "gesunden" Seite.
Was macht eigentlich die Sicherungsschaltung bzw. die Spannung am Ausgang? Arbeitet die Endstufe?

Gruß

Hajo
Was auf anhieb funktioniert, taugt nicht. :wink:

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Re: R4/Netzsektion

#71 Beitrag von wickerge » 08.06.2021, 14:15

Hallo Hajo,
die Endstufe läuft, fängt aber nach einigen Minuten an, abzuschalten, wahrscheinlich wegen zu hohem Gleichstrom am Ausgang.
Habe mal den Ruhestrom am linken Kanal gemessen, ist direkt nach dem Einschalten 22 mA und läuft dann schnell hoch auf Werte über 35 mA. Habe gleich wieder abgeschaltet, d.h. habe nicht gewartet, bis die Schutzschaltung anspricht. An der Ruhestromeinstellung möchte ich nicht herumdrehen, solange das oben angespochene Provisorium für den Sicherungswiderstand drin ist.
Was mich ein wenig irritiert: die positive Spannung kommt über R327 (der im Moment 10% zu wenig Widerstand hat) - da würde man doch eher erwarten, das zuviel positive Spannung an T331 ankommt und nicht zu wenig. Aber vielleicht hat ja Rainer recht und der falsche Widerstandswert ist überhaupt kein Problem. Dann wären es ggfs einfach die Bauteiltoleranzen der gewechselten Teile, die das Ganze verstimmen und man kann es durch Neueinstellung des Ruhestroms in Ordnung bringen.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: R4/Netzsektion

#72 Beitrag von braunb@r » 08.06.2021, 15:59

Hallo Gerhard,

die Transistoren T303/305 und 307 hängen alle an der selben Spannung über R327. Der absolute Wert von R327 wirkt sich daher nicht auf den Ruhestrom aus.
Wenn die Spannungen an T331 alle ca. 1V zu niedrig sind, wie ist denn dann der Gleichspannungsanteil am Endstufenausgang? Liegen da -1V an?
Wie Hajo schon gesagt hat, vergleiche die Spannungen mit der intakten Endstufe.
Interessant wären auch die Spannungsabfälle an R325 und an R17.

MfG
Rainer

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Re: R4/Netzsektion

#73 Beitrag von Litton72 » 08.06.2021, 19:41

Hallo Gerhard,

hier ein paar Vergleichswerte.
Ich habe gerade eine Endstufe von einem anderen Forenmitglied zur Überprüfung hier. Beide Kanäle laufen einwandfrei, so daß ich die Messungen einfach dort gemacht habe, wo ich am einfachsten heran kam.
Masse Potential holst du am einfachsten von den Lautprecherklemmen (schwarzer Draht).

- Ruhestrom L14,3 bzw. R13,7mV bei allen Messungen.
- Der Spannungsabfall über R327 bzw. R328 ist 0,94V. Die Kontrollmessung gegen Masse an R327: Eingang 59,5V - an Verbindung R327/R317 sind es noch 58,7V (Differenz = 0,8V)
- Der Strom über R327 bzw. R328 ist demnach knapp 10mA (wird vermutlich mehr, wenn der Verstärker belastet wird).
- T308: E = 58,0V; B = 57,2V; C = 1,20V. Das ist die Spannung, die du auch am T331/332 Kollektor misst.
Spannungsabfall über
- R318 = 0,51V (68 Ohm)
- R326 = 0,71V Hier hat der Besitzer 2 Stück 47 Ohm Widerstände in Serienschaltung verbaut, so dass deine Messungen leicht abweichend sein dürften.

Ich hoffe, ich konnte dir damit weiterhelfen.

Gruß

Hajo
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Re: R4/Netzsektion

#74 Beitrag von wickerge » 08.06.2021, 20:15

Hallo zusammen,
kleine Korrektur, ist mir gerade erst aufgefallen: die Werte in meinem letzten Post zum Ruhestrom sind 22 mV bzw dann beim Aufwärmen grösser 35 mV. Wahrscheinlich habe ich instintiv beim Wort Ruhestrom auf Ampere statt Volt umgeschaltet.

Danke schon mal für die Vergleichswerte, ich warte aber jetzt erstmal auf die bestellten Teile. Werde R327 wieder auf 100 Ohm bringen und dann versuchen, die Spannungen an T331 über die Einstellung am Ruhestrompoti auf die richtige Größe zu bringen. Also Ruhestrom auf 14 mV einstellen und hoffen, dass dann an T331 die -1,2V / +1,2V anliegen.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: R4/Netzsektion

#75 Beitrag von wickerge » 20.06.2021, 13:43

Hallo zusammen,
habe jetzt R327 wieder auf 100 Ohm gebracht, bzw etwas darüber. Die neuen 50 mA-Kleinsicherungen haben nur 2 Ohm Widerstand, daher habe ich sie mit dem 100 Ohm NFR25 Widerstand in Reihe geschaltet. Die Spannungen an T331 blieben aber davon unverändert bei den deutlich nach Minus verschobenen Werten. Da hatte Rainer eindeutig Recht.
Habe die Widerstände im Bereich Basis von T331 nachgemessen, haben alle ihre Sollwerte. Das Ruhestrompoti lag bei 44 Ohm. Habe dann am Poti Richtung weniger Ruhestrom gedreht, praktisch ohne Auswirkung auf die Spannungen an T331. Bzw im kalten Zustand sieht man eine leichte Verbesserung, die Werte laufen dann aber wieder davon. Habe am Ruhestrompoti jetzt eine Viertelumdrehung runtergedreht (jetzt 80 Ohm).
Der Spannungsabfall an R325 ist jetzt 0,67 V (wohl i.O.), an R327 sind es 1,6 V und an R317 0,98 V (wohl zu hoch). Durch R327 und R317 fliesst aber annähernd der gleiche Strom. Nachgemessen habe ich auch noch den Spannungsabfall über D301 und D303, es sind 1,3 V. Der Bereich um T309 scheint also in Ordnung zu sein.
Die Spannungsdifferenz E zu C von 2,4 Volt passt immer, nur sind alle Spannungen an T331 Richtung Minus verschoben. Kann der Fehler aus dem Bereich T301 bis T305 kommen?

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: R4/Netzsektion

#76 Beitrag von braunb@r » 20.06.2021, 15:00

Hallo Gerhard,

das könnte sein.
Funktioniert denn die Endstufe ansonsten. D.h. wenn du ein Sinussignal auf den Eingang gibst, kommt an der Endstufe ein Verstärktes unverzerrtes Signal heraus?
Du hast uns aber immer noch nicht mitgeteilt, wie hoch der DC-Offset am Endstufenausgang ist.

MfG
Rainer

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Re: R4/Netzsektion

#77 Beitrag von wickerge » 20.06.2021, 16:05

Hallo Rainer,
die Endstufe funktioniert nach Höreindruck einwandfrei. Einen Signalgenerator habe ich leider nicht, ein Oszi hätte ich, die Nutzung ist aber für mich mit großem Aufwand verbunden, da ausgelagert (und ich bin eher ungeübt damit). Die Gleichspannung am rechten Kanal ist null, am linken Kanal läuft sie nach dem Einschalten kontiniuierlich hoch, bis knapp über 1 V die Schutzschaltung greift (nach etwa 1 min, je nach Starttemperatur)). Die Emitterspannung ist an T305/T307 mit 57 V etwa 0,2 V geringer als bei T304/T306. Die Spannungsdifferenz von E zu C bei T303 ist etwa 1,3 V, bei T304 messe ich etwa den gleichen Wert.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: R4/Netzsektion

#78 Beitrag von wickerge » 20.06.2021, 19:01

Hallo zusammen,
Frage in die Runde zum Schaltungsverständnis: am T309 wird durch die beiden Dioden D301 und D303 an der Basis eine Spannung von -57V +1,3 V eingestellt, so dass am Collector -1,3 V durchkommen sollte. An T307 werden statt der beiden Dioden die Transistoren T303 und T305 verwendet, aber mit gleicher Funktion, d.h. an der Basis von T307 wird +57V -1,3V eingestellt, so dass am Collector +1,3 V durchkommen. Über T301 wird dann beides so aufeinander abgestimmt, dass null V als Mittellage am Ausgang anliegt? Dann wäre T301 möglicherweise nicht in Ordnung?

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: R4/Netzsektion

#79 Beitrag von braunb@r » 21.06.2021, 00:12

Sehr vereinfacht und ganz grob betrachtet für die Funktion ja.

Du schreibst ja, dass die Spannungen an T331 ca. 1V zu niedrig sind. Weiter sagst du, dass der DC-Offset am Endstufenausgang aber nach ca. +1V wandert. Ist das richtig?
D.h. Spannungen an T331 zu gering, Spannung am Ausgang zu hoch?

MfG
Rainer

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Re: R4/Netzsektion

#80 Beitrag von wickerge » 21.06.2021, 15:56

Hallo Rainer,
ich hatte nur auf die Abweichung von Null geschaut, aber der DC-Offset ist tatsächlich ins Negative, d.h. die Schutzschaltung schaltet leicht unterhalb von -1 V ab. Aber das passt zu den Abweichungen ins Negative an T331.

Habe mich jetzt weiter mit T301 beschäftigt. An der Basis zur Signaleingangsseite messe ich -1,5 V, auf der Endstufenseite an der Basis -0,9 V (sind natürlich immer ein Stückweit Momentaufnahmen, da der Gleichanteil immer größer wird). An der gemeinsamen Emitterseite messe ich -0,9 V. Die Vergleichswerte an T302 sind -0,03 V an beiden Basen und -0,6V an der zusammengeführten Emitterseite. Speziell die -1,5 V an der Basis Signaleingangsseite kommen mir sehr spanisch vor, da das Signal über C301 zugeführt wird und auf der anderen Seite 0 V Gleichanteil an C301 ankommen. Ausserdem gibt es an der Basis noch R305 und C305, beide nach Masse. Gibt es eine andere Erklärung als einen defekten T301?

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: R4/Netzsektion

#81 Beitrag von braunb@r » 21.06.2021, 16:37

Hallo Gerhard,
die von dir gemessenen Spannungen deuten darauf hin, dass die Collectorströme von T301 zu gering sind. Dies könnte an T301 liegen, könnte aber auch an T303 oder T305 liegen. Vergleich doch da mal die Spannungen an T303/305 mit der funktionierenden Seite. Auch die Spannungsabfälle an den Widerständen R309 und R311 wären aufschlussreich. Da müssten jeweils so ca. 90mV abfallen.

Mfg
Rainer

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Re: R4/Netzsektion

#82 Beitrag von wickerge » 21.06.2021, 16:47

Hallo zusammen,
hier noch ein Bild von meiner Ersatzlösung für die Sicherungswiderstände:

Bild

Rechts der erste Versuch mit einer Feinsicherung, links dann die meiner Meinung nach taugliche Lösung mit einer 50 mA Kleinsicherung (Widerstand ca 2 Ohm). Die unterschiedlichen Ohm-Werte der Sicherungswiderstände sind möglicherweise eher zur Festlegung der Auslöseschwelle, d.h. ein 100 Ohm Widerstand überschreitet eher die 1/4-Watt Schwelle wie ein 68 Ohm Widerstand, wie gesehen bei R327 und R317.

Rainer: sehe gerade erst Deinen neuen Beitrag: Collectorspannungen hatte ich gemessen, lagen alle im Bereich 53 bis 54 V. Nach den Spannungsabfällen an R309 und R311 muss ich erst schauen.

Herzliche Grüße
Gerhard

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