Lectron-"Plagiat"

Braun Nizo, Lectron, Rasierapparate, Haushaltsgeräte etc.
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Paparierer
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Lectron-"Plagiat"

#1 Beitrag von Paparierer » 29.02.2012, 20:02

...neulich bei Jugend forscht...
d.h. also heute, fand ich den Beitrag einer jungen Forscherin, die eine Handtaschenbeleuchtung entwickelt hat (angeblich sucht jede Frau ca. 5 Jahre ihres Lebens irgendetwas in ihrer Handtasche - Durchschnittswert).
Die zugehörige Schaltung war auf einem großen Brett dargestellt mit diesem System:
http://www.ld-didactic.de/index.php?id= ... 53D%252527
(unter GT1 schauen)
Sofort aufgefallen sind mir zwei Dinge: Der Transistor ist meiner Ansicht nach geradezu monströs groß (ca. 10x10 cm²), alle Leitungen müssen gesteckt werden.
Fazit: Lectron ist und bleibt der Benchmark!
Gruß, Gereon
...meistens ist es was Mechanisches...
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geht es kaputt, hätte es eh gewechselt werden müssen... :wink:

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fnerstheimer
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#2 Beitrag von fnerstheimer » 18.04.2012, 09:10

... Du darfst nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Die Sachen von Leybold sind dafür gemacht, Schaltungen in Schulen und Universitäten so aufzubauen, dass man in der hintersten Reihe noch ohne Fernglas erkennt, was da aufgebaut ist. Außerdem sind sie so konstruiert, dass man bei Experimenten nicht vom System behindert wird, daher die Verwendung von Kabeln mit genormten 4mm Laborsteckern.

Das Lectron-System ist zwar schick, wurde aber schon damals für drei Sachen kritisiert:

a) es ist nicht offen zum freien Experimentieren
b) es ist zu aufwendig, weil jedes Pfennigbauteil und jede Drahtbrücke in ein Gehäuse mit Magneten gepackt werden muss
c) es vermittelt dem Benutzer keinen Praxisbezug, und spätestens, wenn es mit Hochfrequenz losgeht, ist es auch technisch unbrauchbar.

Daher kann ich nicht finden, dass das Lectron-System den "Benchmark" unter den Experimentiersystemen darstellt. Wenn ich schon so einen Titel verleihen würde, bekämen ihn von mir die Philips Kästen der siebziger Jahre. Die waren zwar klapprig und billig gemacht, vom didaktischen Wert aber ungeschlagen.

Gruß Frank
"Man will halt immer das, was die anderen haben, bis dann alle das haben, was die anderen haben und dann wollen alle wieder das, was dann keiner mehr hat"

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Paparierer
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#3 Beitrag von Paparierer » 18.04.2012, 17:46

Lieber Frank,
ich habe Lectron auch nicht als "Benchmark unter den Experimentiersystemen" bezeichnet. In meinem Beitrag steht doch ganz klar, dass die zu einem Jugend forscht-Projekt zugehörige, sehr einfache Schaltung damit dargestellt wurde, mehr nicht.
An anderer Stelle hast Du das System als Lernspielzeug bezeichnet. Das trifft es ziemlich gut und ich sehe Lectron auch bei dieser Funktion als Einstiegslevel, was Interesse auf mehr wecken soll.
Und genau da hat es meiner Ansicht nach Stärken gegenüber den aufwändigeren Systemen, die möglichst weit "nach oben offen" sein wollen/sind.
Gruß, Gereon
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#4 Beitrag von fnerstheimer » 18.04.2012, 18:47

da gebe ich Dir Recht. Ich hatte das Lectron-System übrigens als Zwölfjähriger selber, hab mir dann aber auf eigenen Wunsch einen Philips-Kasten schenken lassen. Das Lectron System hat dann noch einige Jahre bei meinem Cousin gelebt ( damals war es noch nicht üblich, abgelegtes Spielzeug zu verkaufen ), und ist dann verschollen.

Diese Riesenplattenin Metallrahmen von Leybold ( früher gab es auch noch die Firma Phywe ) sind aber definitiv so riesig gebaut, damit man damit Klassen- oder Hörsaalunterricht machen kann. Diese Systeme sind für den Hausgebrauch nicht geeignet und auch zu teuer.

Im Radiomuseum Bad Laasphe steht ein ganzer Fernseher aus einer Berufsschule in dieser Rahmenbauweise, an dem man überall mit einem Oszilloskop die Signale abzapfen kann, und mit dem man Fehler simulieren kann. Wenn Du mal ins Siegerland kommen solltest, alleine dieser Fernseher ist schon den Besuch des Museums wert.

Gruß Frank
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