Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

Gewerbliche Umbauten müssen als solche gekennzeichnet werden!
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Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#1 Beitrag von ütronics » 02.08.2016, 17:37

Hallo zusammen,

ich sehe schon, wie die Braunfreunde die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Ein Class-D-Verstärker, das geht doch gar nicht! Dachte ich auch. Bis ich mir mal zum experimentieren eine solche Endstufe bestellte. Die hatte zwar "nur" 2 x 100 Watt, aber was ich da zu hören bekam, hat mich doch schlichtweg überrascht. Betrieben an einem A2 als Vorstufe spielte dieser Verstärker dermaßen locker und durchsichtig auf, dass ich richtig begeistert war.
Und.....das Ding blieb kalt!
Im Hinterkopf die thermischen Probleme der Ateliergeräte, kam ich auf die Idee, eine Class-D-Endstufe in ein Ateliergehäuse einzubauen. Aber wenn schon, dann auch mit ordentlich Power. Im Internet wird man leicht fündig. In Anlehnung eines Schaltungsvorschlages von AudioCreative habe ich mich dann an die Ausführung gewagt: audiocreativ.de/index.php?route=product/product&path=61&product_id=128.Hier sind auch die Datenblätter und Messkurven verlinkt. Die technischen Daten sprechen für sich und brauchen hier nicht wiederholt zu werden.
Ernorme Ausgangsleistungen sind für diese Bausteine kein Problem. Es ist aber wohl ein Problem, dafür einen Transformator in ein flaches Ateliergehäuse hinein zu bekommen. Mehr als 60 mm Bauhöhe passen nicht hinein. Ein Schaltnetzteil habe ich nicht gefunden bzw. war nur von dubiosen Auslandsversendern zu erhalten. Ich habe mich letztlich für einen Ringkerntrafo mit 500 VA entschieden, der gerade noch unterzubringen ist. Auf eine übliche Befestigung mit einer zentralen Schraube musste ich jedoch aus Platzgründen verzichten. Da Class-D-Verstärker einen Wirkungsgrad von 90 % haben, kann ich damit wohl eine Ausgangsleistung von deutlich über 2 x 200 Watt erzielen.
Also zunächst mal ein Gehäuse in der Bucht ersteigert, es war ein C2. Diesen dann entkernt. Dann sah es so aus:
PA5 0001.jpg
Da es ein reiner Endverstärker werden sollte, sollte er so ähnlich aussehen wie ein PA4. Dazu mussten fast alle Öffnungen in der Front verschlossen und zugespachtelt werden:
PA5 0002.jpg
Die größten Öffnungen mit Aluzuschnitten versehen und das Ganze gefühlte 20 mal gespachtelt und geschliffen.
PA5 0003.jpg
Der Rohbau sieht nun so aus:
PA5 0004.jpg
PA5 0005.jpg
Dann ging es an die Lackierung und Beschriftung der Frontplatte. Das Endergebnis sieht nun so aus:
PA5 0006.jpg
PA5 0007.jpg
PA5 0008.jpg
Mit der Frontplatte bin ich noch nicht ganz zufrieden. Die muss ich noch mal nacharbeiten. Auf den Fotos kann man das nicht so genau sehen.
Über Bewertungen und Kommentare würde ich mich sehr freuen.

Udo

Ach ja, den Deckel mit den Lüftungsschlitzen habe ich mir von einem A1 "geliehen". Wenn jemand noch einen solchen übrig hat, würde ich mich über eine PN freuen

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#2 Beitrag von Paparierer » 02.08.2016, 18:09

Hallo Udo!
:respekt:
Meiner Ansicht nach sehr sauber gelungen.
Mit etwas anderem "Packaging" würdest Du vielleicht sogar einen 4-Kanal-Amp mit zwei Ringkerntrafos in dem Gehäuse unterbringen... :roll:

Gruß, Gereon
...meistens ist es was Mechanisches...
- wenn es nicht will, wende Gewalt an;
geht es kaputt, hätte es eh gewechselt werden müssen... :wink:

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#3 Beitrag von wetterauer » 02.08.2016, 18:28

Ich bin als "Nicht-Bastler" immer wieder beeindruckt von den ganzen Umbauten hier! :thumb:
Viele Grüße
Andreas

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#4 Beitrag von andreas schnadt » 02.08.2016, 18:58

Geht mir genauso! Glückwunsch zu Deinem gelungenen Umbau! :thumb:
Gruß Andreas
Viel Freude beim Hören !

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#5 Beitrag von ütronics » 02.08.2016, 19:05

@ Gereon:

Mit zwei Ringtransformatoren und 2-Kanal-Ausführung hätte man eine Endstufe mit 2 x 500 Watt :lol:

Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#6 Beitrag von v/d/b » 02.08.2016, 22:29

Moin Udo,
ich bin bei Class D ja immer noch skeptisch, aber das sind reine Vorurteile.
Ein Musiksignal zu zerhacken und nachher wieder zusammenzusetzen passt eben nicht in meine Gedankenwelt :lol:

Trotzdem finde ich, dass Du da ein schönes Projekt umgesetzt hast.
Vielleicht hättest Du es Dir mechanisch etwas leichter machen können, wenn Du einen Doppel-Mono Verstärker mit zwei (kleineren) Trafos und zwei getrennten Netzteilen aufgebaut hättest. Das ist dann zugegebenermaßen aber auch teurer.

Schaltnetzteile für Class D Verstärker habe ich mal bei einer Niederländischen Firma gesehen, ich finde die Adresse aber gerade nicht. Falls Du noch Interesse hast, schaue ich gerne noch mal nach.

Die von Dir verwendeten L15D Modulen sind mir auch schon mal über den Weg gelaufen. Trotz meiner oben geäußerten Skepsis hatte ich nämlich schon mal ein ähnliches Projekt im slimline Gehäuse ins Auge gefasst.
Sie werden wohl in China hergestellt und es gibt im www reichlich Kommentare und Erfahrungsberichte zu ihnen.
Größtenteils sind sie positiv bis begeistert. Scheint also eine gute Wahl zu sein, die Du getroffen hast.

Viele Grüße
Thomas

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#7 Beitrag von ütronics » 03.08.2016, 10:56

Hallo Thomas,
danke für die anerkennenden Worte. Beutet mir garade von Dir als Profi sehr viel.
An zwei Ringkerntrafos hatte ich bei der Planung auch gedacht. Aber für mich lautet die Maxime für möglichst wenig Geld viel zu erreichen. Wenn man genügend Euros einsetzt, kann man sich auf leichte Art und Weise eine wunderschöne Atelier-Anlage zusammenstellen. Darin liegt für mich aber nicht der Reiz.
Zu den Modulen: Ich hatte es gut gemeint und die L15D "pro" erworben. Da diese bereits Relais auf der Platine verbaut haben, dachte ich, dass die auch als Einschaltverzögerung für die Lautsprecher funktionieren. Sie dienen aber nur zur Gleichstrom- und Kurzschlussüberwachung. Hatte ich wohl überlesen. Also musste ich noch eine weitere Platine mit zusätzlichen Relais einbauen. Zusammen mit dem Relais zur Umschaltung der Lautsprechergruppen liegen jetzt 3 Relais im Signalgang. Das ist nicht sehr glücklich.

Gruß
Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#8 Beitrag von v/d/b » 03.08.2016, 14:08

Hallo Udo,
dass über die Relais auf der Platine nicht auch eine Einschaltverzögerung realisiert ist, ist wirklich blöd. Ich hätte das vor dem Kauf aber vermutlich auch überlesen, bzw. gedanklich vorausgesetzt.
Ich habe den Niederländer mit den Schaltnetzteilen jetzt auch wiedergefunden.

Viele Grüße
Thomas

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#9 Beitrag von ütronics » 03.08.2016, 18:31

Hallo Thomas,

danke für den Link. Das richtig Passende für mich habe ich nicht gefunden. Sind aber interessante Bausteine dabei.
Ich hatte auch schon mal an dieses Schaltnetzteil gedacht:
http://www.audiophonics.fr/fr/alimentat ... -6433.html#" onclick="window.open(this.href);return false;
Ich suche auf jeden Fall weiter, weil mir mein Ringkerntrafo nicht sonderlich gefällt (er brummt manchmal ziemlich doll). Und ich dachte immer RKT`s brummen nicht :(

Gruß Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#10 Beitrag von v/d/b » 03.08.2016, 19:50

Hallo Udo,
hier gibt's noch was aus China.
Im DHF hat jemand dieses Netzteil verbaut.
Neben dem verlinkten, dass es mit unterschiedlichen Ausgangsspannungen gibt, haben die auch noch weitere Netzteile im Angebot.

Viele Grüße
Thomas

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#11 Beitrag von ütronics » 04.08.2016, 19:47

Hallo,

zunächst danke für die Links. An Schaltnetzteilen bin ich auch fündig geworden hier oder hier
Wobei das aus China von den Daten her für mich am besten passen würde. Probleme könnte allerdings der Zoll bereiten. So weit ich weiß, sind nur Waren (einschl. Porto) bis 22 Euro zollfrei. Da drüber muß verzollt und versteuert werden und ggf. das Ding beim Zollamt abgeholt werden.
Hat jemand Erfahrung damit? Würde mich sehr interessieren.

Gruß Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#12 Beitrag von v/d/b » 04.08.2016, 20:01

Hallo Udo,
ich habe schon das eine oder andere in Übersee (auch China) bestellt.
Bisher gab es zwei Varianten, wie das abgelaufen ist.
Entweder der Zoll hat das Paket einfach durchgewunken, oder ich musste es bei nächstgelegenen Hauptzollamt abholen.
Bei der zweiten Variante fällt bei einem Warenwert über 22,-€ üblicherweise die Einfuhrumsatzsteuer von 19% an, ab einem Warenwert von 150,-€ eventuell auch Zoll. Das hängt aber von der Warengruppe ab und es gibt unterschiedliche Sätze (kann man auf der Internetseite des Zolls nachlesen). Auf bestimmte Waren fällt aber auch gar kein Zoll an.
Nach meiner Erfahrung war der Ablauf immer unproblematisch.
Bedenken sollte man noch, dass man auf die Versandkosten auch Einfuhrumsatzsteuer bezahlt.

Viele Grüße
Thomas

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Re: Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer

#13 Beitrag von Paparierer » 04.08.2016, 20:06

Gunamnd.
Oh, Thomas ware schneller - ich poste es mal trotzdem:
Im Internetz gibt es Seiten, auf denen bei Eingabe des Ursprungslandes und des Betrages (inkl. Versand!) die Einfuhrumsatzsteuer und die Zollgebühren automatisch berechnet werden.
Hab schon häufiger etwas aus China und auch den USA bekomme. Das ging jedesmal über das hiesige Zollamt (glücklicherweise keine 10min von mir). Persönlich abholen mit Ausweis und Ausdruck der Rechnung / Transaktion war jedesmal erforderlich. Ohne Rechnung bzw. Ausdruck des Kaufabwicklungsnachweis mit dem Betrag kann es vorkommen, dass der Zollbeamte selber eine Recherche vornimmt, was denn Vergleichbares so kostet. Und das kann dann teurer werden...
Zollgebühren unter 5€ werden in der Regel nicht erhoben, da der zugehörige Verwaltungsakt teurer wäre.
Der Grenzbetrag, bis zu dem keine EUSt und Zoll anfällt, beträgt meines Wissens 23€
Gruß, Gereon
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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#14 Beitrag von ütronics » 04.08.2016, 20:24

Mein Gott, seid Ihr schnell. Das ist ja super :spitze:
Muss mal überlegen, was ich mache.

Nochmals Danke
Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#15 Beitrag von coccopopps » 05.08.2016, 07:58

Hallo Udo,

toller Beitrag! Ich habe mir diese Idee auch schon mehrmals durch den Kopf gehen lassen, mich dann aber für eine Teilaktivierung meiner LS entschieden - ist einfach mehr Aufwand gewesen :-).
Ich habe aber die gleichen digitalen Endstufen von Audio Creativ verwendet. Die Qualität der Musik, die die Endstufen wandeln ist m.E. super. Habe bei der Inbetriebnahme wieder mal die CDs neu gehört. Da die Amps kaum Wärmeentwicklung haben, sind sie ideal für das flache Gehäuse.
Die Endstufen gibt es mittlerweile auch mit Schutzschaltung und Netzteil. Damit entfällt eine weitere Platine.

Viele Grüße
Thomas
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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#16 Beitrag von ütronics » 05.08.2016, 13:46

Hallo Thomas,

das ist richtig, dass es die Endstufen auch mit Netzteil gibt (L15D-Power). Bleibt nur zu hoffen, dass die Schaltung auch eine Einschaltverzögerung beinhaltet und das Relais wie bei mir nicht nur Gleichstrom und Kurzschluss überwacht.

Gruß Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#17 Beitrag von ütronics » 05.08.2016, 19:53

Übrigens........
einen Deckel mit Lüftungsschlitzen brauche ich nicht mehr.
Gereon war so freundlich und hat mir einen geschickt. :danke:

Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#18 Beitrag von v/d/b » 14.08.2016, 10:47

Moin zusammen,
nach Udos Anregung hier, habe ich mir den L15D Thread im DHF an den letzten Abenden noch mal in Gänze als Bettlektüre zu Gemüte geführt.
Man möge es mir verzeihen, aber teilweise ist das Geschwurbel dort für mich nur schwer zu ertragen. Aber das ist meine rein persönliche Meinung.
Dennoch finden sich auf den derzeit 170 Seiten auch zahlreiche wichtige und interessante Informationen. Nicht nur zu den L15D, sondern auch zu anderen Bausteinen und auch Netzteilen.

Uli hatte mich vor Jahren mal auf die HiFi-Akademie und die Verstärkermodule von Herrn Reit aufmerksam gemacht. Auch dort, und bei der Fa. Hypex habe ich noch mal einiges gelesen.

Was man dem Thread im DHF unter anderem entnehmen kann ist, dass es mit diversen Modulen und Netzteilen, die über ebay oder alibaba angeboten werden, die unterschiedlichsten Probleme gibt.
Angefangen von verbogenen Frequenzgängen an komplexen Lasten und rauschenden Ausgängen, über fehlende oder falsche technische Angaben und schlechte Bauteilqualität, bis hin zu EMV Problemen und Sicherheitsmängeln...
Wobei speziell die L15D Module, bedenkt man deren verbaute Anzahl, recht wenig in Erscheinung treten, was diese Themen angeht.
Generell gilt hier aber wohl der alte Spruch: "You get what youe pay for."
Auch die Durchsetzung von Garantieansprüchen dürfte im Fehlerfall bei einem Kauf in Fernost schwierig werden. Da heißt es dann wegschmeißen und neu kaufen.

Da bei meinen bisherigen Umbauten die Fertigung der Gehäuseteile immer einer der größten Kosten- und auch Zeitfaktoren war, würde ich die genannten Risiken bei einem Umbau nicht eingehen wollen.

Nach aktuellem Stand würde ich wohl zu den Hypex Modulen und den Netzteilen vom gleichen Hersteller greifen:
- Der mechanische Aufbau ist durchdacht und kompakt.
- Die Module können mit ihren Kühlkörpern am Gehäuse montiert werden.
- Alle notwendigen Schutzschaltungen sind vorhanden.
- Die Gegenkopplung ist so ausgelegt, dass der Frequenzgang weitgehend unabhängig vom Impedanzverlauf der Last ist.
- Der Hersteller ist im Profibereich aktiv und in Europa ansässig.
- ...

Viele der genannten Punkte treffen auch auf die Platinen der Hifi-Akademie zu, aber hier sagt mir die Kombination von Verstärker und (linearem) Netzteil auf einer Platine nicht zu.

Ok, die ganze Sache wird dann auch deutlich teurer. Aber irgendwie muss ich immer für die Ewigkeit bauen :lol:

Will man möglichst wenig Geld investieren, trifft man mit den L15D aber wohl keine schlechte Wahl.

@Udo:
Ich hoffe, Du bist nicht böse, weil ich Deinen Thread gekapert habe, aber ich fand es passt hier ganz gut.

Viele Grüße
Thomas

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#19 Beitrag von ütronics » 15.08.2016, 10:36

@ Thomas:
Kein Problem. Ganz im Gegenteil. Mit meinem Beitrag wollte ich ja auch zum Diskutieren anregen. Die von Dir angesprochenen Probleme mit Rauschen und verbogenen Frequenzgängen habe ich bei mir nicht feststellen können. Was die Qualität, Garantieansprüche usw. angeht, gibt es sicherlich eine bessere Ausstattung für einen Umbau. Meine Zielsetzung war jedoch eine möglichst preiswerte Variante.

Gruß Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#20 Beitrag von v/d/b » 15.08.2016, 10:56

Hallo Udo,
ütronics hat geschrieben:Die von Dir angesprochenen Probleme mit Rauschen und verbogenen Frequenzgängen habe ich bei mir nicht feststellen können.
das bezog sich auch nicht speziell auf die L15D, sondern auf die gesamte Diskussion im DHF.
Dort begann es zwar mit den L15D, es werden in dem Thread aber zig unterschiedliche Platinen und Netzteile abgehandelt.
Wobei die Unregelmäßigkeiten im oberen Frequenzspektrum prinzipbedingt sind und durch den Ausgangsfilter hervorgerufen werden.
Bei den Bausteinen der HiFi-Akademie und denen von Hypex wirkt am diesem Effekt mit einer Gegenkopplung entgegen, die hinter dem Tiefpass am Ausgang ansetzt.

Viele Grüße
Thomas

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#21 Beitrag von ütronics » 15.08.2016, 14:18

Hallo zusammen,

ich hatte mich, wie weiter oben zu lesen, über ein Brummen des Ringkerntrafos beklagt. Im Netz habe ich etwas über einen Gleichstromanteil in der Netzspannung gelesen, der das Trafobrummen verursachen soll. Abhilfe sollte ein DC-Filter bringen. Entsprechende Schaltungen findet man hier oder hier. Anfangs habe ich das für Voodoo gehalten. Aber da der Bauteileaufwand gering ist, habe ich mal einen Versuch gewagt. Und, siehe da, das Brummen ist verschwunden, absolute Stille. :D
Ich wollte das mal weitergeben, falls jemand ähnliche Probleme hat.

Gruß Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#22 Beitrag von ütronics » 11.11.2016, 16:47

Nachtrag:

Habe doch noch ein passendes Schaltnetzteil mit 500 VA gefunden und mich entschlossen, dieses statt des Ringkerntrafos einzubauen.
Das hat den schönen Nebeneffekt, dass das Gerät jetzt knapp 4 Kilo leichter ist :)
PA5 0009.jpg
Wegen der nicht ungefährlichen Hochspannung in einem Schaltnetzteil habe ich sicherheitshalber noch eine Kaltgerätesteckdose mit Schutzleiter eingebaut.
PA5 0010.jpg
Gruß Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#23 Beitrag von v/d/b » 11.11.2016, 17:27

Hallo Udo,
rein interessehalber: Um welches Schaltnetzteil handelt es sich denn?

Viele Grüße
Thomas

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#24 Beitrag von ütronics » 11.11.2016, 18:02

Hallo Thomas,
es handelt sich um dieses Netzteil:
Schaltnetzteil 500 VA.jpg
Näheres bei Ebay: http://www.ebay.de/itm/500W-amplifier-s ... -wgOb0gvjQ" onclick="window.open(this.href);return false;

Gruß Udo

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#25 Beitrag von expo » 03.02.2017, 03:01

Auch wenn Du bereits etwas gutes gefunden hast kann ich anderen diese Netzteile empfehlen:

www.funk-tonstudiotechnik.de/NETZTEILE.htm

Ich habe die in einigen unserer alten Geräte im Tonstudio verbaut und bin sehr zufrieden.

Johannes

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#26 Beitrag von v/d/b » 03.02.2017, 07:05

Hallo Johannes,
von Funk Tonstudiotechnik habe ich auch schon Gutes gehört.
Die dort angebotenen Netzteile sind aber nicht für Leistungsverstärker geeignet.

Viele Grüße
Thomas

sven.schnelle
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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#27 Beitrag von sven.schnelle » 25.06.2019, 13:07

Hi,

ich habe in ein PA4 Gehaeuse 2x Bang & Olufsen Icepower 125ASX2 als Brueckenendstufe eingebaut. Damit hat man 2x500W (mehr als man jemals ueberhaupt gebrauchen koennte). Mein CC4 hat ein paar XLR Ausgaenge spendiert bekommen da ich immer mit Brummschleifen Probleme hatte. Das ganze "rockt wie Sau" :-) und bleibt gleichzeitig fast kalt. Ich hatte ja vorher Bedenken bzgl. einer Class-D Endstufe, bin aber mittlerweile absolute ueberzeugt davon. Kann so einen Umbau nur empfehlen. Ist nur schade um die PA4 (Die Original-Elektronik habe aufgehoben.)

Sven

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Re: Class-D-Verstärker im Ateliergehäuse

#28 Beitrag von ütronics » 25.06.2019, 13:18

Hi Sven,
Gatulation :thumb:
Wäre schön, wenn du ein paar Bilder posten könntest. Das interessiert wahrscheinlich nicht nur mich.

Gruß Udo

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