Noval-Adapter für die Ruhestrommessung in Röhrenverstärkern

Messtechnische Fragen und Antworten - ebenfalls zum Equipment
Antworten
Nachricht
Autor
Benutzeravatar
v/d/b
Braun-Insider
Braun-Insider
Beiträge: 2757
Registriert: 13.01.2009, 18:37
Kontaktdaten:

Noval-Adapter für die Ruhestrommessung in Röhrenverstärkern

#1 Beitrag von v/d/b » 19.10.2014, 09:16

Moin zusammen,
den Aufbau dieser Messadapter habe ich zwar schon im Text zur Restaurierung meines CSV 13 beschrieben, hier wird das Thema aber wohl besser gefunden.

Die Messung des Ruhestroms in Röhrenverstärkern ist wegen der hohen Spannungen immer etwas heikel.
Für eine direkte Messung müssen zusätzlich auch noch Lötverbindungen aufgetrennt werden.
Deswegen habe ich mir vier Messadapter für Novalsockel gebaut.
P1000755.JPG
Die Messung erfolgt mittelbar über den Spannungsabfall an einem Widerstand am Kathodenanschluss.
Die Adapter bestehen aus zwei Abstandshaltern, wie man sie noch heute im Handel bekommt. Insgesamt benötigt man also acht.
Der jeweils untere Abstandshalter bleibt so wie er ist. Beim oberen Abstandshalter löst man die zentrale Schraube, die ihn zusammen hält und zieht die äußere Kappe ab.
Nun lötet man am Kathodenanschluss (Pin 3) den dortigen Stift ab.
Hier wird statt des Stiftes ein 1% Metallfilmwiderstand von 1Ω/0,6W eingelötet. Zusätzlich wird an dessen oberen Ende eine rote und am unteren Ende eine schwarze Messleitung angelötet.
Am besten verwendet man hier Silikonmessleitungen. Diese haben den Vorteil, dass sie sehr flexibel und dazu noch temperaturfest sind.
Entweder benötigt man zwei rote und zwei schwarze, vorkonfektionierte, ca. 1m lange Messleitungen mit Stecker, die man in der Mitte aufteilt oder man kauft Meterware und die erforderlichen Stecker.

Nun steckt man jeweils einen modifizierten und einen original belassenen Abstandshalter zusammen und verlötet sie miteinander.
Abschließend werden die Messleitungen noch mit Kabelbindern fixiert.
Hier ist der Aufbau des Messadapters im Detail zu sehen.
P1000757.JPG
Im Millivoltbereich des Messgerätes entspricht der dann gemessene Wert dem Ruhestrom in mA.
Bei dieser Art der Messung ist allerdings zu beachten, dass man sich einen Messfehler von ca. +2mA wegen des Gitterstroms einhandelt.

Der Ablauf der Ruhestromeinstellung beim CSV 13 ist folgender:
Alle drei Einstellregler werden zunächst in Mittelstellung gebracht. Dann werden über den mittleren Einstellregler (R30) zunächst alle vier Röhren in den im Schaltbild angegebenen Toleranzbereich (18-24mA+2mA) gebracht.
Der Feinabgleich für die beiden Röhren der einzelnen Kanäle erfolgt dann über die jeweils äußeren Einstellregler (R312 und R412).

Noch komfortabler geht es, wenn man sich eine Umschaltbox baut. Dann müssen die Messleitungen am Multimeter nicht mehr umgesteckt werden.
Da ich Ruhestromeinstellungen aber nicht so häufig durchführe, habe ich mir das gespart.

Viele Grüße
Thomas

Benutzeravatar
Uli
Braun-Insider
Braun-Insider
Beiträge: 4152
Registriert: 13.09.2009, 14:35

Re: Noval-Adapter für die Ruhestrommessung in Röhrenverstärk

#2 Beitrag von Uli » 19.10.2014, 09:42

Hallo Thomas, schöner erster DIY Beitrag!

Gibt es einen Schaltplan oder zumindestens eine Sockelkennung damit man auch ja nicht den Pin 3 verfehlt?
Gibt es bereits eine fertige Umschaltbox mit Plänen zum nachbauen?

Gruß... Uli

Benutzeravatar
v/d/b
Braun-Insider
Braun-Insider
Beiträge: 2757
Registriert: 13.01.2009, 18:37
Kontaktdaten:

Re: Noval-Adapter für die Ruhestrommessung in Röhrenverstärk

#3 Beitrag von v/d/b » 19.10.2014, 10:29

Moin Uli,
die Sockelbelegung steht z.B. in jedem Datenblatt der im CSV 13 verwendeten EL84.
Hier mal der Link zu JJ. (Anschlussbelegung von unten gesehen)
Die Umschaltbox kann man recht einfach mit einem Schalter mit vier Stellungen auf zwei Ebenen realisieren.
Ansonsten kann man auch zu einem Fertiggerät greifen, wie man es bei TAD bekommt.
Wenn man schon mit der Sockelbelegung nicht wirklich etwas anfangen kann, sollte man seinen Verstärker aber sowieso besser zu lassen.

Viele Grüße
Thomas

Antworten