Regie 540E Sicherung fliegt sporadisch

Sämtliche Steuergeräte (Receiver) Braun regie
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marki
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Regie 540E Sicherung fliegt sporadisch

#1 Beitrag von marki » 21.01.2021, 22:47

Hallo zusammen,

ich habe schon seit einiger Zeit ein Braun Regie 540E in Betrieb. Ich hatte das Gerät mal überholt und gealterte und defekte Kondensatoren getauscht.
Dabei hatte ich festgestellt, dass der Vorbesitzer eine 4A Sicherung eingebaut hatte. Nun gut, nicht viel dabei gedacht und wieder eine 2A T Sicherung wie im Schaltplan beschrieben eingesetzt. Dabei habe ich noch den Netzschalter überprüft und gesehen, dass die Kontakte recht verschlissen sind, man kann sagen sie sehen verbrannt aus.
Nun zum doch recht selstamen Problem. Es kommt immer mal wieder vor, dass die 2A T Sicherung beim Einschalten durchbrennt. Der Draht verglüht nahezu komplett. Hierbei ist allerdings keine Regelmäßigkeit festzustellen. Es kann unter Umständen zwei oder drei Wochen dauern, ganz egal ob das Gerät täglich in Betrieb ist oder nicht, bis sie mal wieder fliegt.
Heute hatte ich den Receiver bei etwas höherer Lautstärke in Betrieb (Lautstärkeregler auf etwa 70%) und nach etwa ein bis zwei Minuten schaltetete das Relais die Lautsprecher ab. Danach habe ich den Receiver ausgeschaltet und kurz darauf beim Einschalten ist erneut die Sicherung geflogen.
Daraufhin habe ich vermutet, dass eventuell ein Endstufentranisitor einen Defekt haben könnte und habe die Endstufentransistoren (BD609 / BD610) ausgelötet und ohmisch gemessen. Keine Auffälligkeit war festzustellen, alles in Ordnung. Neue Sicherung eingebaut und der Receiver läuft wieder...

Bisher habe ich folgendes überprüft: alle Elkos in der Endstufe sind getauscht (auch die 10mF Netzteilelkos), Spannungswahlschalter auseinandergebaut, gereinigt und auf Kurschluss überprüft, Netzschalter gereinigt und überprüft, X2-Entstörkondensator erneuert, Gleichrichter ohmisch geprüft. Ruhestrom und Spannungsoffset habe ich ebenfalls eingestellt.
Gerne freue ich mich auf weitere Tipps zur Fehlereingrenzung.

Gruß
Markus

Litton72
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Re: Regie 540E Sicherung fliegt sporadisch

#2 Beitrag von Litton72 » 21.01.2021, 23:39

Hallo Markus,

auch wenn du den Gleichrichter bereits durchgemessen hast, würde ich ihn trotzdem erneuern.
Es könnte sein, dass dir im Einschaltmoment oder bei Belastung eine Diode durchschlägt und so einen Kurzschluss verursacht.
Achte beim Einkauf auch auf die mechanischen Abmaße, benutze die Daten vom Verkäufer, Ersatztypen haben oft unterschiedliche Maße.
Auch den Spannungswähler S801 solltest du einer Inspektion unterziehen.

Gruß

Hajo

marki
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Re: Regie 540E Sicherung fliegt sporadisch

#3 Beitrag von marki » 20.02.2021, 16:32

Hallo Hajo,

vielen Dank für deine Antwort.
Nachdem ich den Gleichrichter getauscht habe und auch den Spannungswahlschalter inspizierte, zerlegt, gereinigt und wieder zusammengebaut habe, ist der Fehler immer noch genau so vorhanden. Kann definitiv ausschließen, dass der Kurzschluss bzw. die extreme Einschaltstromerhöhung von diesen Bauteilen kommt.

Viele Grüße
Markus

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Re: Regie 540E Sicherung fliegt sporadisch

#4 Beitrag von Rainer Hebermehl » 22.02.2021, 11:47

Hallo Markus,

hast du mal getestet, ob das Problem nicht von den angeschlossenen Lautsprechern kommt ?
Test : Betrieb des regie ohne angeschlossene Lautsprecher.

Gruß
Rainer
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marki
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Re: Regie 540E Sicherung fliegt sporadisch

#5 Beitrag von marki » 25.02.2021, 13:55

Hallo Reiner,

die Lautsprecher dürften keinen Einfluss auf das Durchbrennen der Sicherung haben. Das Lautsprecherrelais schaltet die Lautsprecher erst nach kurzer Zeit aktiv (Einschaltverzögerung). Die Sicherung fliegt allerdings unmittelbar nach Betätigung des Ein/Aus Schalters.
Könnte der Trafo einen Isolationsfehler haben, sodass hierdurch der Einschaltstrom zu groß wird?
Wenn es gelingt den Receiver anzuschalten, läuft er Stunden ohne Probleme...


Viele Grüße
Markus

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Re: Regie 540E Sicherung fliegt sporadisch

#6 Beitrag von Litton72 » 25.02.2021, 15:27

Hallo Markus,

Ich bin gerade über deine Bemerkung - "dass die 2A T Sicherung beim Einschalten durchbrennt. Der Draht verglüht nahezu komplett." - gestolpert.
Bist du sicher, dass du die richtigen 2A T Feinsicherungen verwendest?
Diese müssten nämlich eine Sandfüllung im Glas- bzw. Keramikröhrchen haben, so dass man den Draht gar nicht sehen kann.
Der Sand dient u.A. zur Kühlung des Drahtes bei hohem Einschaltstrom.
Kam mir gerade so in den Sinn.... :D

Viele Grüße

Hajo

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Re: Regie 540E Sicherung fliegt sporadisch

#7 Beitrag von henry2 » 26.02.2021, 15:26

Hallo Markus,

nach all dem, was Du bisher geprüft und erneuert hast, bleibt als Ursache fast nur noch der Einschaltstromstoß, der Deine T2A-Sicherung immer mal wieder ins Jenseits befördert. Und da das nur sporadisch passiert, kommt es im Augenblick des Einschaltens Deines Regies 540E wohl darauf an, wo in dem Moment gerade die Halbwelle der Netzspannung steht. Im ungünstigen Fall nahe oder gleich ihres Maximums. Wenn die Sicherung knapp ausgelegt (ist sie mit T2A eigentlich nicht) und die Betriebsspannung etwas höher ist als eingestellt, kann das schon den Schmelzdraht kosten. Vielleicht habt ihr in Eurem Versorgungsgebiet auch immer mal wieder einen Gleichspannungsanteil im Netz. Das ist mittlerweile bei unseren versauten Stromnetzen gar nicht so selten. In unserem Bereich kommt das sogar sehr oft vor. In diesem Fall gerät der Trafokern ziemlich schnell in die Sättigung. Er brummt dann und nimmt natürlich auch einen höheren Strom auf. In Deinem Gerät werkelt zwar kein Ringkerntrafo; so einer nimmt einen Gleichspannungsanteil im Netz besonders krumm.

Ich nehme an, Du hast den Netzspannungs-Wahlschalter schon auf 240V stehen. Falls nicht, so stelle ihn bitte unbedingt auf diese Spannung ein. Nachdem unsere Netzspannung von 220V auf 230V erhöht wurde, darf sie bei der zulässigen Toleranz von ±10% eine Höhe von bis zu 253V annehmen. Das ergibt nicht nur höhere Betriebsströme im allgemeinen, sondern auch höhere Einschaltströme bei angeschlossenen Geräten mit induktiver Last. Falls Dein Gerät bereits auf 240V eingestellt sein sollte, und die T2A-Sicherung dennoch sporadisch auslöst, so versuch 's doch mal mit T2,5A. Das wäre nach meinem Dafürhalten auch noch vertretbar.

@Hajo: Hallo Hajo, eine mit Sand gefüllte Feinsicherung weist auf ihre Eignung für ein erhöhtes Abschaltvermögen des Kurzschlussstroms hin. Der Sand dient zur Löschung des Lichtbogens, der entsteht, wenn der Schmelzdraht im Kurzschlussfall schmilzt und verhindert, dass der Lichtbogen zu lange stehen bleibt. In der Regel ist die Sicherung dann noch zusätzlich mit dem Buchstaben "E" bezeichnet. Sie besitzt ein Ausschaltvermögen (von Hersteller zu Hersteller etwas unterschiedlich) eines Kurzschlussstroms von bis zu 100-150A und weist auch neben der Sandfüllung entweder einen Keramikkörper oder ein dickeres Glasgehäuse auf.

Es gibt sogar Feinsicherungen mit noch höherem Ausschaltvermögen bis zu 1.000-1.500A (Buchstabe "H"), die dann auf jeden Fall einen Keramikkörper mit Sandfüllung besitzen.

Die Standard-Feinsicherungen im Glaskörper ohne Sandfüllung (ggf. mit Buchstaben "L" bezeichnet) haben ein Ausschaltvermögen ihres doppelten Nennstroms, jedoch mindestens 35A. Das sollte für unsere Gerätchen ausreichen.

Viele Grüße

Heinrich

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Re: Regie 540E Sicherung fliegt sporadisch

#8 Beitrag von raimund54 » 27.02.2021, 19:42

Hallo Markus,

nach den ganezne beschreibungen und Erwägungen oben, würde ich einfach eine 2,5 A T Sicherung (wie von Heinrich vorgeschlagen) einsetzen.

Begründung: die Sicherung scheint nur den Einschaltstromstoß nicht zu verkraften, im laufenden Betrieb brennt sie ja nicht durch (in diesem Falle müßte man tatsächlich Fehlersuche betreiben, um größere/weitere Schäden zu vermeiden).

Gruß

Raimund

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