Regie 550d mit Schluß im Gerät

Sämtliche Steuergeräte (Receiver) Braun regie
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wickerge
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Regie 550d mit Schluß im Gerät

#1 Beitrag von wickerge » 14.04.2019, 14:50

Hallo zusammen,
sitze gerade an meiner Neuerwerbung, einem Regie 550d. Gerät kam als defekt und tatsächlich fehlte die 2A Hauptsicherung komplett. Sicherung ersetzt und über Schutzlampe ans Netz angeschlossen - Schutzlampe brennt sehr hell, d.h. offensichtlich Schluß im Gerät. Nach dem Netztrafo kommen zuerst die beiden Gleichrichter. Den kleineren der beiden konnte ich durch Entfernen der zweiten Sicherung aus der Stromversorgung nehmen, den großen für die Endstufe habe ich zunächst wechselstromseitig abgesteckt. Dabei reichte es nicht, nur einen Stecker abzuziehen, sondern die Verbindung der Mittelanzapfung nach Masse musste auch noch abgesteckt werden (der zweite wechselstromseitige Stecker am Gleichrichter sitzt sehr ungünstig, daher habe ich der Einfachheit halber die Masse abgesteckt- ging mir darum, auszuschliessen, das der Trafo einen Schluss hat). Wiedereinsetzen der zweiten Sicherung machte kein Problem, der Strang hinter der 0,63 A Sicherung war also auch auszuschliessen. Dann habe ich den großen Gleichrichter wechselstromseitig wieder angesteckt und dafür den Minuskontakt abgezogen. Damit erhielt man an der Schutzlampe das typische Verhalten aufgrund der Netzteilelkos - erst war die Lampe etwas heller und stabilisierte sich dann auf einem etwas dunkleren Niveau. Dann habe ich das gleiche mit dem Pluskontakt gemacht. Zuerst ähnliches Verhalten der Schutzlampe, dann gab es ein Petsch und es roch etwas verschmort. Hätte ich da die Aufteilung in plus 36V und minus 36V beachten müssen beim spannungslos machen?

Herzliche Grüße
Gerhard

gecko10
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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#2 Beitrag von gecko10 » 15.04.2019, 22:14

Hallo Namensvetter,entweder isses der Gleich riecht er,oder die Endstufe selbst die hinüber ist.Nach meiner Erinnerung gehen die + und - 36V direkt zur Endstufenplatine.Wenn du nur eine Spannung einspeist wird es unsymetrisch,dann ist die Gefahr gross dass mehr Schaden entsteht.Ich würde die Endstufe selbst mal auf Kurzschluss checken.Auch die 10000er Elkos nicht vergessen.
Gruss
Gerhard

wickerge
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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#3 Beitrag von wickerge » 16.04.2019, 19:09

Hallo Gerhard,
danke für Deine Antwort. Mittlerweile habe ich wohl den Verursacher des Petsch-Geräusches gefunden. Es ist der Transistor T716, zuständig für die Ansteuerung des Lautsprecherrelais. Der ist regelrecht geplatzt. Außerdem ist mir aufgefallen, dass das Trimmpoti R713, zuständig für die Einstellung des Ruhestroms auf dem linken Kanal, komplett fehlt, und das offensichtlich schon länger. In der Richtung werde ich mal weitersuchen, nachdem ich die beiden offensichtlichen Defekte repariert habe.

Herzliche Grüße
Gerhard

wickerge
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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#4 Beitrag von wickerge » 28.05.2019, 20:22

Hallo zusammen,
mittlerweile bin ich einen Schritt weiter, aber insgesamt ist das Thema doch deutlich komplizierter als ich dachte. Mit der Hilfe von Jockel konnte ich die zwei defekten Endstufentransistoren identifizieren, in der Endstufe waren jeweils einer der je zwei parallelen Gegentakt-Transistoren (BD809 und BD810) im linken Kanal defekt. Nach Auslöten der defekten Transistoren spielte das Gerät wieder auf beiden Kanälen. Da aber im linken Kanal nur die halbe Endstufe vorhanden war, natürlich mit halbierter maximaler Leistungsfähigkeit. In der Lautstärke bei wenig aufgedrehtem Lautstärkepoti fiel der Unterschied aber nicht weiter auf.
Trotzdem wollte ich das Gerät wieder vollständig in Ordnung bringen und habe entsprechende Ersatztransistoren eingelötet. Zuerst mit Schutzlampe angeschlossen, diese leuchtete nur schwach. Dann also direkt ans Netz - und die Sicherung war gleich wieder durchgebrannt. Habe die frisch eingelöteten Transistoren wieder ausgelötet, wieder mit Schutzlampe angeschlossen, aber es war immer noch ein Schluss im Gerät. Habe dann das zweite Paar Transistoren ausgelötet und der Schluss war beseitigt. Da die wieder ausgelöteten Transistoren beim Durchmessen i.O. waren, habe ich diese dann wieder eingesetzt. Und siehe da, Gerät spielt wieder. Auf den ersten Blick sind die PNP- und NPN-Paare genau gleich angesteuert, sie haben eine gemeinsame Basis und auch die gleiche Spannungsversorgung. Bei genauerem Hinsehen ist die Schaltung aber doch komplizierter. Außerdem ist mir erst beim zweiten Hinschauen aufgefallen, das die jeweils zwei defekten Transistoren nicht in einem Zweig liegen, sondern sozusagen diagonal. Dazu füge ich mal den Schaltplanauschnitt ein:

Bild

Zuerst waren T713 und T714 defekt, beim zweiten mal traf es T712 und T715. Hier muss ich jetzt zum Thema Ruhestromeinstellung herüberschwenken. Das Ruhestrom-Poti fehlt im linken Kanal nicht ersatzlos, sondern wurde durch einen auf der Rückseite angelöteten Festwiderstand (mit ungefähr dem gleichen Wert wie am Poti der rechten Seite eingestellt) ersetzt. In der Serviceanleitung steht, man solle nach Bauteiltausch das Poti auf linken Anschlag, d.h. auf maximalen Widerstand stellen und dann das Gerät langsam mit einem Stelltrafo hochfahren. Kann es sein, das die Ruhestromeinstellung beim 550d so kitzelig ist, oder sollte ich nach einem weiteren (ursächlichen) Fehler in der Schaltung vor der Endstufe suchen? Im Servicemanual steht etwas von Darlington-Schaltung der Endstufe, die nach Wikipedia zu Schwingungen neigt.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#5 Beitrag von bernie » 29.05.2019, 14:38

Hallo Gerhard,
die Untersuchung der Ansteuerung der Endtransistoren wäre nur folgerichtig. Wenn kein Kurzschluss im Bereich der Leistungstransistoren ist, stimmt etwas mit der Basisstromansteuerung nicht. Ich würde zuerst die Treibertransistoren T710/T711 blind tauschen und T708/T709 der Rückkopplung prüfen. T710/T711 könnten beim Schaden eines Endtransistors kurz stark überlastet worden sein. Da die keinen Kollektorwiderstand haben, traue ich denen nicht mehr. Die beiden Elkos in dem Bereich würde ich auch vorsorglich tauschen; dann weiß man wenigstens genau, woran es nicht liegen kann. Die Dioden, Widerstände und Kondensatoren sind dort erst mal unverdächtig.
mfg berni

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#6 Beitrag von wickerge » 29.05.2019, 21:39

Hallo Bernie,
danke für Deine Hinweise. Habe die Transistoren bestellt und werde berichten.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#7 Beitrag von raimund54 » 29.05.2019, 22:21

Hi,

ich würde evtl. die Endstufe mal mit abgelöteten Endtransistoren (nur Basis oder Emitter von allen ablöten) betreiben und prüfen, ob die Spannungen einigermaßen stimmig sind. Dann knallen nicht gleich Transis, Sicherungen usw. durch. Wenn das alles stimmt, ein Endstufenpärchen, also z.B. T 712/713 wieder anschliessen. Wenn es nicht gekanllt hat, das 2. Pärchen anschliessen.

Gruß,

Raimund

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#8 Beitrag von wickerge » 30.05.2019, 10:59

Hallo Raimund,
dazu gleich noch eine Frage: im Moment sind T712 und T715 drin und das Gerät spielt. Macht es aus Deiner Sicht einen Unterschied, ob T715 oder T713 eingelötet ist? Ich habe mit meinen begrenzten Schaltungskenntnissen vermutet, nein, weil die beiden relativ genau parallel liegen. Aber vielleicht übersehe ich etwas?

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#9 Beitrag von raimund54 » 30.05.2019, 12:46

Hallo Gerhard,

es macht leistungsmäßig keinen großen Unterschied, ob T713 oder T715 drin ist, bis auf die Kurzschluß- bzw. Überlaststrombegrenzung. Die hängt nur an T712 und T713.

Wenn nur ein Transistorpaar in der Endstufe arbeitet, kann man nicht die volle Leistung der Endstufe erwarten, die Transis könnten dann zu heiß werden und kaputt gehen. Da man aber kaum dauerhaft die volle Leistung benötigt (außer bei einem Sinuston für Leistungsmessungen) sollte die Endstufe auch so arbeiten.

Gruß,

Raimund

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#10 Beitrag von wickerge » 30.05.2019, 14:47

Hallo Raimund,
ich rätsele noch über Deine Aussage "die Kurzschluß- bzw. Überlaststrombegrenzung. Die hängt nur an T712 und T713". Ist diese mit T708 und T709 im Schaltplan realisiert? In meinem Auszug aus dem Servicemanual (aus Radiomuseum.org) steht dagegen " Die Endstufe wird durch eine aussteuerungsabhängige Strom-Spannungsbegrenzung T706 und T707 gegen Unteranpassung und Kurzschluss geschützt". Gibt es da möglicherweise zwei Versionen und diese Schutzschaltung ist bei mir T708 und T709?

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#11 Beitrag von raimund54 » 30.05.2019, 15:23

Hallo Gerhard,

nein, da irrt der Autor des Manuals. Derjenige, der diese Angaben im Manual gemacht hat, irrt sich und hat etwas falsches geschrieben. Da der Verfasser mit Sicherheit keine Ahnung von der Technik hatte, hat er sich auf die falschen Angaben der Techniker verlassen.

Die Strombegrenzung wird im positiven Teil der Endstufe (also oben) vom Stromfluß durch R724 angesteuert. Wird der Strom zu hoch, fängt T708 an zu leiten und zieht die Basisspannung von T710 und damit auch T712/T714 runter, sodaß der Strom durch T712/T714 reduziert bzw. begrenzt wird. Für die negative Häfte sind es dann T709 und T713/T715.

Der von dir erwähnte T706 dient nur zur Ruhestromeinstellung (15 Minuten warmlaufen lassen bei Zimmertemperatur, dann ohne Signal den Ruhestrom einstellen).

Gruß,

Raimund

PS: soweit mir bekannt ist, gibt es nur eine Version der Endstufe.

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#12 Beitrag von wickerge » 30.05.2019, 16:34

Hallo Raimund,
dann gehören T708 und T709 - wie schon von Bernie vermutet - in den Kreis der Topverdächtigen, oder?

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#13 Beitrag von raimund54 » 30.05.2019, 17:59

Hallo Gerhard,

nein, die beiden T708/709 nicht. Die sollen ja den Strom erst im Fehlerfall begrenzen. Du kannst diese natürlich mal überprüfen, ob noch funktionstüchtig.

Du hast geschrieben, dass Du mit einem Transistorpaar T712/T715 eine funktionierende Endstufe hast.

Dann liegt das Problem, sofern alle Transistoren BD 609/610 und die 0,68 Ohm Widerstände in Ordnung sind, in der Ansteuerung der Endtransistoren. Ich gehe davon aus, dass das Poti für die Ruhestromeinstellung wieder eingebaut ist und man über die Widerstände die 35 mV Spannung einstellen kann. Weiterhin wichtig ist das am Ausgang keine Gleichspannung anliegt (einstellbar mit R707).

Als Kandidaten für das Problem sind die Treiber- (710/711) und Vortreibertransistoren (705/707) verdächtig.

Gruß,

Raimund

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#14 Beitrag von bernie » 01.06.2019, 11:59

Schönen Samstag alleseits!
Noch mal zu besseren Erklärung meiner Fehlertheorie: Die Fehlerbeschreibung lautet sinngemäß: "Funktionierte mit einem Transistorpaar, mit zweien nicht, danach mit einem Paar wieder". Das kann ich mir anhand des Schaltplans zunächst nur so erklären, dass es darauf ankommt, ob das einzeln funktionierende Paar mit der Rückkopplung verbunden ist (T712/T713) oder nicht (T714/T715). Kurzschlüsse hatte ich dabei ausgeschlossen (Glimmerscheiben und Iso-Nippel an allen Transistoren dran, Transistoren nicht ohne Kühlkörper betrieben).

Daher meine Vermutung, dass die Rückkopplung das Problem ist. Wenn nur der Strang mit T714/T715 betrieben wird, sind T708/T709 ohne Einfluss. Sind T708/T709 über T712/T713 allein oder zusätzlich mit eingebunden, fliegt die Sicherung. Das hieße auch, dass der Rest der Schaltung außerhalb des Bereiches der T708/T709 in Ordnung ist.

Wenn andererseits zwei von vier Endtransistoren gleichzeitig "über Kreuz" kaputtgehen, wäre das normal. Wenn die Ansteuerung viel zu viel Strom lieferte, müssen beide Zweige versagen. Versagen tut meistens nur ein Transistor pro Zweig, weil einer immer ein bischen schwächer ist als der andere. Zudem sorgt die Gegentaktschaltung dafür, dass die Transistoren abwechselnd arbeiten und es damit nur einen zuerst trifft, der andere sich danach "ausruhen" kann.

Aber dann müsste der Basistrom so hoch sein, dass die Transistoren ihre max. 10A Kollektorstrom bzw. den von den Entwicklern vorgegebenen Maximalstrom deutlich überschreiten. Bei 72V und 1,36Ohm könnten theoretisch 53A durch jedes Endstufenpäarchen fließen. Das halten die vielleicht 2ms aus. 106A schafft aber das NT bei weitem nicht, weshalb zur Schonung des Trafos (aber auch zum Brandschutz) die Sicherung auslöst. Wie viel Strom die Siebelkos über welchen Sekundenbruchteil abgeben könnnen, rechne ich jetzt nicht aus.

Wenn ich etwas falsch verstanden oder interpretiert habe, korrigiere mich bitte.
mfg berni

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#15 Beitrag von raimund54 » 01.06.2019, 14:03

T708/709 mit ihrer Schaltung drumherum können keinen Strom in die Treiber- und Endstufentransistoren schicken, sodaß diese dadurch durchknallen. T708/709 begrenzen nur den Strom durch die Endtransistoen, indem sie bei zu hohem Strom an R724 die Basisspannung der Treiber und der Endstufentransistoren begrenzen bzw. kurzschliessen.

Gruß,

Raimund

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#16 Beitrag von wickerge » 01.06.2019, 14:04

Hallo Bernie,
grundsätzlich kann ich Deiner Theorie folgen, ich habe nur an einer Stelle einen Klemmer: das Gerät funktioniert mit T712 und T715, d.h. die Rückkopplung zu T708 ist vorhanden, nur die zu T709 nicht. Außerdem ist vielleicht interessant, dass das Gerät mit allen vier Endtransistoren im linken Kanal nur wenig Strom zog, als es über eine 60W-Schutzlampe am Netz war. Erst als ich das Gerät ohne Schutzlampe angeschlossen habe, flog sofort die Sicherung. Für mich deutet das auf eine Fehlfunktion der Schutzschaltung, die nicht oder in die falsche Richtung reagiert.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#17 Beitrag von bernie » 03.06.2019, 13:20

Raimund hat völlig Recht. Bei der Suche nach einer einfachen, logischen Fehlererklärung habe ich die nur begrenzende Arbeitsweise der Regelung außer Acht gelassen.
mfg berni

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#18 Beitrag von wickerge » 20.06.2019, 10:39

Hallo zusammen,
Endstufe läuft wieder! Aber die Fehlerursache bleibt unklar.

Aber eins nach dem anderen: nachdem die Ersatztransistoren alle gekommen waren, habe ich mit dem Bauteile ersetzen angefangen. Zuerst T710 und T711 ausgelötet und durchgemessen. Demnach noch i.O., aber trotzdem ersetzt. Dann T708 und T709 mit gleichem Befund ersetzt. Dann auch noch T705 und T707 - auch scheinbar i.O., diese habe ich dann (weil ich BD139 undBD140 noch nicht bestellt hatte) durch BD 237 und BD 238 (hatte ich schon als Ersatz für T709/710 besorgt) als Vergleichstypen ersetzt. Die beiden von Bernie empfohlenen Elkos habe ich auch getauscht und außerdem wieder ein korrektes Einstellpoti 250 Ohm für den Ruhestrom eingebaut. Dann habe ich zur Sicherheit auch noch den Spannungswähler am Netzteil von 220 V auf 240 V umgestellt.

Dann habe ich nach Servicemanual das Gerät an einem Regeltrafo angeschlossen und die Spannung langsam hochgefahren. Drehpoti für den Ruhestrom auf linkem Anschlag, Spannung an den Messpunkten über R726/727 blieb auf null und ließ sich nach dem Warmlaufen auch problemlos auf 35 mV einstellen. Habe dann natürlich auch den anderen Kanal kontrolliert und neu eingestellt und auch den Offset auf beiden Kanälen sauber auf null korrigiert.

Gerät läuft jetzt unauffällig, also geht es an das nächste Problem: die digitale Anzeige zeigt nur kryptische Zeichen (siehe Bild), allerdings für FM und AM unterschiedlich. Die Elkos in der Anzeigebox habe ich schon getauscht (Messwerte der alten alle i.O.), ausserdem dann auch die Brückengleichrichter. Von denen war einer defekt. Jetzt sind alle Spannungen da, aber immer noch keine Frequenzanzeige, obwohl der Empfang einwandfrei funktioniert. Hat jemand eine Idee?


Bild

Anzeige FM



Bild

Anzeige AM

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#19 Beitrag von Uli » 20.06.2019, 14:54

Moin,

Wechsele auch die Gleichrichter in der Displaybox und schau ob der Strom gut ankommt.

Gruß Uli

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#20 Beitrag von wickerge » 20.06.2019, 18:39

Hallo Uli,
genau das habe ich ja gemacht, ich habe die beiden Brücken-Gleichrichter in der Display-Box ersetzt und danach waren die Spannungen OK.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#21 Beitrag von bernie » 20.06.2019, 18:58

wickerge hat geschrieben:
20.06.2019, 10:39

Gerät läuft jetzt unauffällig, also geht es an das nächste Problem: die digitale Anzeige zeigt nur kryptische Zeichen (siehe Bild), allerdings für FM und AM unterschiedlich. Die Elkos in der Anzeigebox habe ich schon getauscht (Messwerte der alten alle i.O.), ausserdem dann auch die Brückengleichrichter. Von denen war einer defekt. Jetzt sind alle Spannungen da, aber immer noch keine Frequenzanzeige, obwohl der Empfang einwandfrei funktioniert. Hat jemand eine Idee?
Au weia, ich hab auch noch zwei 550d vor mir. Wegen reger Bautätigkeit wird das aber frühestens im Winter was.

Ideen hab ich immer viele :wink: Also du hast alle Spannungen gemessen? Von den vier Z-Dioden ist leider keine defekt? Es könnte die Anzeige oder deren Ansteuerbaustein kaputt sein, mit ganz viel Glück auch nur die Kondensatoren C25 - C37 und ihre zugehörigen Widerstände.

Die Anzeige ist eine VFD (Vakuumfluoreszenzanzeige) mit fünf Elementen. Weißt du, wie die logisch angesteuert wird? Sie wird gemultiplext: Das geht genau so wie bei mehreren einzelnen LED-Segmentanzeigen. Jedes Element hat sieben Balkenelemente und einen Punkt, durchgezählt mit den Buchstaben a-h. Das sind Anodenanschlüsse. Außerdem hat jedes Element eine gemeinsame Kathode. Alle Balkenelemente sind parallel geschaltet, soweit sie in jedem Element an der gleichen Stelle sind, also auch der Punkt. Es gibt also acht zusammengefasste Segmentanoden (Nr. 6-13) und fünf Kathoden (Nr. 19-23) als Anschlüsse.

An T06 liegt noch eine neunte Segmentelektrode. Die Schaltungslogik verstehe ich im Moment noch nicht, weil die Segmente f und h mit Nr. 8 gesteuert werden. Für die Umschaltung UKW/MW scheint Nr. 10 verantwortlich zu sein (ich verfolge das jetzt noch nicht auf der Leiterplatte). Insofern ist eine neunte Anode für die Sonderanzeige nötig.

Beim Multiplexen werden für ein Element die richtigen Ziffernsegmente geschaltet, die dann aber wegen der Parallelschaltung für alle Elemente gleichzeitig aktiv sind. Weil zugleich nur die eine Kathode des gewünschten Elements ebenfalls durchgeschaltet wird, leuchtet der Zahlenwert nur bei einem Element. Dann wird das Element ausgeschaltet und die Ziffernsegmente für das nächste Element aktiviert und nur die Kathode des nächsten Elements geschaltet. Das geht so reihum für alle fünf Elemente und dann wieder von vorn. Es leuchtet also immer nur ein Segment zur Zeit. Beim entsprechend schnellen Wechsel sieht das menschliche Auge alle Ziffern gleichzeitig. Die UKW/MW-Anzeige und der Punkt dürfte ihre eigene Logik haben. Mit den Hinweisen kannst du hoffenlich die Logik der VFD nachvollziehen, die du kennen musst, wenn du die VFD prüfen willst.

Dann musst du noch die elektrischen Eigenschaften kennen: Ein VFD ist eine (zum Glück leicht ansteuerbare) Röhre und hat eine Heizung, symbolisiert durch die dicke Leitung in der Anzeige (AZ 01 ...). VFDs brauchen etwa 26V über der Heizspannung, damit die Segmente leuchten. Es dürfen auch 10V mehr sein. Der Spannungsbereich ist nicht so eng toleriert.

Die Anzeige selbst wird offensichtlich mit 32V angesteuert. Das Ruhepotential liegt auf -27V und die Segmente werden mit +5V (nur theoretisch, s.u.) angesteuert.

Die Heizung hängt an der 3V-Wicklung (+-3V Wechselstrom). Diese ist über R27/R28 und D04 mit den -27V verknüpft; die stellen den Potentialbezug ("Masse") für die 3V her. D04 schließt die -27V gegen die zusätzlichen -3V kurz und sperrt die positven 3V (Scheitelspannung ca. 4,41V). Damit liegt die Heizung auf dem Potential von -27V + 3V = -24V. R27/R28 begrenzen den Strom zum Schutz der 3V-Wicklung und von D04. Der dortige Elko "moderiert" die Schaltvorgänge von D04.

Nehmen wir mal ganz pauschal an, aus den Steuerleitungen der Displayansteuerung kämen 4V - 4,5V, die gegen die 47k pull-down-Widerstände arbeiten (also das Potential wieder auf -27V runterziehen, wenn der Ausgang nicht schaltet), dann passt es mit den mindestens 26V über dem Heizungspotential von -24V.

Du wirst vermutlich die VFD testen und dafür ausbauen müssen. Evtl. lassen sich die 14 Leiterbahnen günstiger unterbrechen.
mfg berni

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#22 Beitrag von wickerge » 20.06.2019, 22:46

Hallo Bernie, hallo Uli,
ich habe aufgrund der Nachfrage von Dir, Uli, die Spannungen nochmal nachgemessen und auch mit dem Schaltplan verglichen. In einem alten Thread hier im Forum gab es eine Angabe mit 25 V Wechsel am GR02 und die hatte ich. Nach dem Brückengleichrichter hatte ich etwas weniger und dachte, das wäre so OK.
Jetzt, nach etwas intensiverer Beschäftigung sehe ich, das an D01 und D04 die Soll-Spannungen anliegen, aber an D02 und D03 die Spannungen zu gering sind. D.h. an der ZPD 12 nur 10,0 und an der ZPD 15 nur 12,1 V, an den dazugehörigen Elkos 10,8 und 13,4 V. Die beiden Spannungen werden zu 27 V Versorgung für den Zählerbaustein zusammengesetzt, da messe ich jetzt nur 22,2 V. Irgendetwas zieht da zuviel Strom und damit die Spannung herunter. Ist da der T06 nicht ein Hauptverdächtiger? Jedenfalls wäre nach Deiner (Bernie) Erklärung es ja tatsächlich zu erwarten, das mit 22,2 V statt 27 V die Spannung zum Leuchten nicht ausreicht, oder? Zu mindestens einen kleinen Schritt bin ich jetzt wieder weiter, d.h. die Stromversorgung ist also doch nicht vollständig i.O. - und ich weiß jetzt auch, in welchem Bereich nicht i.O.

Herzliche Grüße
Gerhard

bernie
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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#23 Beitrag von bernie » 20.06.2019, 23:25

Hallo Gerhard,

ich bin in Reisevorbereitungen für drei Tage Ausflug am Wochenende. Bis Montag bleibt die Sache für mich erst mal liegen.

Mir fiel aber noch ein, dass die VFD doch anders funktionieren könnte. Was ich für Kathoden halte, kann wohl per Ansteuerung an der Stelle keine -27V schalten. VFDs haben auch Gitter, erinnere ich mich jetzt. Aber eine Wiederholung und Vertiefung in VFD-Technik stelle ich noch zurück, bis die anderen aktuellen Fragen geklärt sind.

Deine neue Fährte klingt aber hoffnungsvoll, zumal VFDs zwar nicht unkaputtbar sind, aber doch ziemlich zuverlässig.

Und dann ist da wohl auch nichts mit UKW/MW im Display. Das sehe ich mir auch noch selbst mal an.
mfg berni

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#24 Beitrag von bernie » 21.06.2019, 01:24

Jezt doch noch mal schnell:

Wenn die Z-Dioden die Spannung nicht im Nennwert +- Toleranz halten, sind sie kaputt. Es sei denn, der Trafo am Gr02 bringt es nicht. Was misst du an Spannung über beide Kondensatoren C38/C39? Stimmen die -12V an Pin 28 vom Anzeigen-IC?

T07 habe ich gerade nicht in Verdacht. Der soll mit seiner BE-Diode aus den gegebenen -1,5V eine negative Vorspannung von -0,6V an die Z-Diode liefern, damit deren 5,6V zu den gewünschten 5V werden. Wenn ich es zudem richtig verstehe, ist die Leitung über den 22k Widerstand nur dazu da, genügend negative Spannung auf die Basis vom PNP Transistor zu bringen, damit der leitet und auch beim Zenerdurchbruch nicht damit aufhört. Wenn der als defekt komplett sperrt, arbeitet D01 kaum noch - die 22k sind für die Z-Diode zu viel - und die Spannung stiege von 5V auf 8V. Bei Kurzschluss im Transistor bliebe die Spannung bei 5,6V. Aber der 22k Widerstand ist viel zu groß, als dass dann nennenswerte Ausgleichsströme zwischen beiden Netzteilen fließen könnten.

Gefühlsmäßig behagt es mir nicht, dass der positive 13,8V-Zweig mit nur 22Ohm (R40) gegen Masse geschaltet ist. Da fließen ja 627mA. Trau ich dem Trafo in der kleinen Box kaum zu. Stimmt mein Plan nicht?
mfg berni

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#25 Beitrag von Uli » 21.06.2019, 12:16

Moin,

Schau dir die Displayplatine genau an, sie ist wirklich von schlechter Qualität und mit Samthandschuhen anzufassen.

Man könnte mal was neues mit Stepdowns machen aber das ist wirklich viel Arbeit....und dann für einen 550d?
Schau Dir mal diese URL an: https://haraldkliem.jimdo.com/elektroni ... -5-ukw-mw/
Ich wollte das immer machen aber die Zeit.....

Gruß Uli

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#26 Beitrag von wickerge » 21.06.2019, 13:12

Hallo Bernie,
kurzes Update: habe T06 getauscht, keine Änderung, der ausgelötete Transistor war messtechnisch noch i.O. Weil die Eingangswechselspannung mit 24,2 V sehr niedrig war, habe ich den Spannungswähler zurück auf 220 V gestellt. Die Endstufe hat es mir Gott sei dank nicht übel genommen. Jetzt habe ich am Eingang der Displaybox 27,1 V Wechselspannung und am Eingang zur VFD -24,4 statt vorher -22,1 V (also immer noch keine -27 V). Trotzdem am Display keine Verbesserung.

Zu der Masseverbindung von R40 - hinter dem Kleintrafo sind alle Spannungen ja erst mal galvanisch getrennt und hinter dem Brückengleichrichter hängen plus und minus ohne Masseverbindung sozusagen in der Luft. Mit der Verbindung von R40 zu Masse wird der Pluspol auf Masse gelegt - so denke ich jedenfalls.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#27 Beitrag von wickerge » 21.06.2019, 17:03

Hallo zusammen,
ist der Frequenzzähler-Baustein eher robust, oder könnte der es auch sein? Er ist ja immerhin gesockelt, man könnte ihn also auch leicht austauschen.

Herzliche Grüße
Gerhard

wickerge
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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#28 Beitrag von wickerge » 21.06.2019, 22:10

Hallo Bernie,
habe gerade mal an den C's an der VFD-Anzeige (C25 bis C36) die Spannungen nachgemessen mit der Überlegung, dass man so eventuell sehen könnte, wenn ein C Probleme macht. Tatsächlich misst man dort 3 verschiedene Spannungen, nämlich 0 V, + 4,3 V und - 23,4 V, die auch noch zeitlich veränderlich von einem Niveau zum anderen springen, obwohl die Anzeige die ganze Zeit unveränderlich ist. Der Zählerbaustein arbeitet offensichtlich und schaltet hin und her. Interessant war dann auch noch, dass, wenn man auf Kanalanzeige umschaltet und deshalb fast alle Segmente aus sind, man an deutlich mehr Punkten die negative Spannung messen kann und diese dann - 25,2 V beträgt. Dementsprechend ist dann auch die Eingangsspannung an der VFD -25,2 V. Mit weniger Last bricht also die Versorgungsspannung weniger ein.

Herzliche Grüße
Gerhard

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#29 Beitrag von bernie » 23.06.2019, 19:49

Hallo Gerhard,

zunächst: Ich hatte T07 und T06 in einer meiner letzten Antworten verwechselt. T06 ist für mich kein Fehlerkandidat, da der mit der Basis über 2,2M mti den -27V verbunden ist und mit dem Kollektor über 47k, evtl. noch mit weiteren 47k ans Gitter der VFD (?). Durch die dicken Widerstände fließt so wenig Strom, dass jede Art von Fehler im T06 für die -27V vernachlässigbar ist.

Die Anzeige des VFD sollte nur einige mA ziehen. Trotzdem ist die Spannung irgendwo wackelig.

Von meinem bisherigen Schaltungsverständnis her könnte eine unlesbare, flimmernde Anzeige durch irgend welche taube Kondensatoren verursacht sein. Für ein tote Anzeige spricht ein kurzgeschlosser Kondensator am Gitter. Denn wenn gar keines der 8 Segmente einer Anzeige leuchtet, liegt der Fehler sehr wahrscheinlich am gemeinsamen Anschluss. Das könnte auch die hohe Belastung der -27V erklären. Von der Wahrscheinlichkeit her können aber eigentlich nicht so viele Kondensatoren kaputt sein. Ein irreparabeler Kurzschluss in der Anzeige kann es auch sein.

Tausche doch mal C29. Wenn du den genauen Wert gerade nicht hast, nimm ein, zwei Werte größer oder kleiner.

Das IC für die Anzeige kann man tauschen - wenn es denn wirklich kaputt ist. Du wirst das IC nicht mehr neu bekommen, müsstest also einen anderen 550d oder einen 530 schlachten. Aber man müsste es auch durch einen ATMega ersetzen und das bischen Anzeigelogik programmieren können. Ich müsste nur wissen, was auf den Pins 1, 3 u. 24 - 28 für Signale liegen. Einen ATMega sollte man pinkompatibel hinbekommen, sonst einen pinkompatiblen Adapter mit SMD-Chip. Bist du bei radiomuseum.org aktiv? Haben die ein Datenblatt vom alten IC?

Um rauszukriegen, ob Anzeige, Anzeigen-IC kaputt sind, würde ich sonst zur Fehlersuche ein Testanzeigenmodul bauen.
mfg berni

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Re: Regie 550d mit Schluß im Gerät

#30 Beitrag von wickerge » 23.06.2019, 20:45

Hallo Bernie,
mein letzter Post scheint verloren gegangen zu sein, bzw. meine beiden letzten Posts.
Im ersten der beiden hatte ich berichtet, dass ich mit ausgebautem IC nochmal alle Spannungen nachgemessen habe mit dem Ziel, Probleme mit den C's an der VFD zu identifizieren. Tatsächlich waren an C27 keine 25 V messbar, sondern 0 V. Bei der Vorbereitung zum Auslöten habe ich dann beim sehr genauen Hinsehen einen winzigen Spritzer Lötzinn entdeckt, der den Schluss nach Masse verursacht hat. Die Leiterbahnen liegen dort sehr eng nebeneinander und die zwischen den Lötpunkten durchgeführte Bahn war auch nicht mit Lack abgedeckt. Ich hatte im Umfeld nirgends gelötet, daher ist es mir nicht ganz erklärlich, wie es dazu gekommen ist. Lötzinn mit dem Fingernagel weg gekratzt, und schon waren die 25 V da. Leider zeigte nach Einsetzen des IC's das Display immer noch die gleichen kryptischen Zeichen.

In meinem zweiten Post hatte ich die Frage gestellt, ob der Zählerbaustein es wohl übelgenommen hat, als an seinem Ausgang nicht die erwarteten -27, sondern 0 V anlagen. Deinem Post entnehme ich, dass es möglicherweise für das VFD auch Probleme gemacht haben könnte?

Jedenfalls, das IC gibt es noch für 30 € in England und ich habe es jetzt mal bestellt - vielleicht habe ich ja Glück. Ich werde berichten.

Herzliche Grüße
Gerhard

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