T2 Sendersuchlauf instandsetzen

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Braunbier
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T2 Sendersuchlauf instandsetzen

#1 Beitrag von Braunbier » 20.04.2011, 20:56

Guten Abend,

habe mir heute u.a. einen T2 angesehen und angehört. Das Gerät weist folgende Fehler auf:
UKW-Empfang mit 3 von 5 Signalstärkeanzeigen - keine Stereoanzeige und kein Stereoempfang. Abstimmanzeige reagiert nicht; es leuchtet permanent der linke (nach rechts zeigende) Pfeil, egal, wie ein Sender auch eingestellt wird. Bei automatischer Sendersuche wird permanent das UKW-Band auf und abgelaufen, ohne jedoch bei einem Sender zu stoppen. Frequenzanzeige erlischt bei autom. Suchlauf temporär bis auf die letzte Stelle (bei Handsuche auch manchmal ganz). Letzteres geschieht auch bei MW.

Ist das Gerät noch zu retten?

Gruß
Dag

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Uli
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Re: T2 mit Macken

#2 Beitrag von Uli » 20.04.2011, 21:54

Braunbier hat geschrieben:Ist das Gerät noch zu retten?Gruß Dag
Alles ist zu retten! Leider ist das nicht nur ein Defekt, sondern mehrere. Wenn Du das Gerät zur lokalen Werstatt bringst wirds sicher nicht billig werden... Arbeitszeit ist halt teuer.

Gruß... Uli

Braunbier
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#3 Beitrag von Braunbier » 21.04.2011, 08:11

Moin,

ja. letztendlich kann man so ziemlich alles reparieren, nur wenn der Aufwand größer als der Einstandspreis eines solchen Gerätes ist, lohnt es sich nicht wirklich.

Meine Frage wäre, ob die von mir beschriebenen Symptome hier evt. bekannt sind und ob es Lösungsansätze gibt? Evt. ist ja nur ein IC defekt oder es sind kalte Lötstellen etc.

Gruß
Dag

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Uli
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#4 Beitrag von Uli » 21.04.2011, 08:33

Braunbier hat geschrieben:Moin,
ja. letztendlich kann man so ziemlich alles reparieren, nur wenn der Aufwand größer als der Einstandspreis eines solchen Gerätes ist, lohnt es sich nicht wirklich.
Meine Frage wäre, ob die von mir beschriebenen Symptome hier evt. bekannt sind und ob es Lösungsansätze gibt? Evt. ist ja nur ein IC defekt oder es sind kalte Lötstellen etc.Gruß Dag
Moin!

Es wäre eine Glaskugeldiagnose jetzt schon sagen zu können was defekt ist.
Es kann alles (div.ICs, Elko´s & Co) oder nichts (kalte Lötstelle) sein....

Die Rechnung mit den Aufwandskosten zum Einstandpreis kann ich nicht nachvollziehen, da Du die ganze Anlage ja wirklich günstig geschossen hast oder bekommen könntest!
Wenn Du die Anlage wirklich über mehrere Jahre betreiben willst kommen eh Probleme und Kosten auf Dich zu... 25 Jahre gehen auch an einem A2 nicht spurlos vorbei!

Uli

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#5 Beitrag von Braunbier » 21.04.2011, 08:43

Uli hat geschrieben:
Es wäre eine Glaskugeldiagnose jetzt schon sagen zu können was defekt ist.
Es kann alles (div.ICs, Elko´s & Co) oder nichts (kalte Lötstelle) sein....
Uli
Ja, natürlich! Ich hatte halt gehofft, dass diese Phänomene jemandem bekannt sind und dieser jemand die Lösung kennt. Gibt es ja manchmal, dass man sich etwas durchliest und plötzlich macht es Klick und es fällt einem die Lösung ein.

Man hat ja schon die verrücktesten Sachen erlebt und dann lag es nur an einer kalten Lötstelle. :wink:

Gruß
Dag

anthal

#6 Beitrag von anthal » 13.11.2012, 23:59

Mein T2 hat exakt den gleichen Fehler. Habe auch noch keine Lösung dafür. Hast du mitlerweile den Fehler gefunden?
Falls ich den Fehler finde, werde ich ihn hier posten.
Gruß Andreas

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Rudikar
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#7 Beitrag von Rudikar » 13.07.2013, 21:06

Guten Abend Forum,

ich habe diesen Fehler gefunden! Endlich. (Und bin ein wenig stolz...)
Und wie immer war die Lösung ganz einfach - wenn man sie erst einmal ahnt. Ich bin darauf gekommen durch meine Werkeleien am CC4-Tunerteil, wo der Sendersuchlauf auch immer durchlief und ich alle möglichen Spannungen an den IC's gemessen hatte - nur nicht die Richtigen.

Es liegt am FM ZF-Abgleich. Was beim CC4/R4 der IFT831 ist, ist beim T2 der Fi205/206. Und - man müsste sich ärgern: erst mal im Service-Manual nachgesehen, steht es dort auf Seite 7 als zweiter Punkt auch.

Bild

Man nehme also wieder den angespitzten Streichholz, stecke diesen in Fi205, jemand anders halte die Mess-Strippen an 6 und 7 - und runter gedreht auf 0V! Bei mir lagen vorher 3,2 V an - kein Wunder, dass hier nichts geht!

Bild

Und schwupps - findet der Sendesuchlauf wieder alles was er soll und Stereo-Empfang ist auch da.

:D :D
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Uli
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#8 Beitrag von Uli » 16.07.2013, 17:43

Hallo Rudi,

Prima Beitrag, ich habs mal hier in die Wichtigecke geschoben.
Sorry, war ein paar Tage nicht online... daher die Verspätung.

Ich lasse diese Ecke wieder bis Sonntag "auf" falls noch Fragen kommen.
Danach diese bitte in die "normale" Atelierecke posten, ich verschiebe es dann wieder!

Gruß... Uli

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#9 Beitrag von Rudikar » 18.07.2013, 11:45

Hallo Forum,

hier noch mal ein aktueller Kenntnisstand:

Gestern Abend habe ich den zweiten Tuner mit dem gleichen Verfahren behandelt - und: auch er funktioniert wieder. :D

Allerdings hatte mir Andreas geschrieben, dass es beim ihm nicht geklappt hat. Jedoch hat auch er bei seinen T2 die fehlerhafte Spannung von 3,x Volt gemessen. (Meiner gestern hatte 3,7 V vor dem Runterdrehen.) Nun kann ich den Unterschied noch nicht nachvollziehen, allerdings hatte ich bei beiden Tunern folgende fehlerhafte Elkos gewechselt: C208 und C802. Beides sind 100µF-Werte und lagen nur noch bei ca 80% - in beiden Tunern. Überhaupt sind beim T2 die 100µF oft hin. Und C208 sitzt ja auch direkt am beteiligten IC202, ob das aber für diesen Fehler eine zusätzliche Rolle gespielt hat, blicke ich noch nicht.

Was genau nun die Ursache(n) dieser hohen Abweichungen letztlich ist/sind, ist mir bisher ebenfalls nicht ganz klar. Allerdings tritt sie wohl in den Braun-Tunerteilen (auch R4/CC4) häufiger auf, eben auch wenn ein Tuner nicht komplett von wem anders verdreht wurde. (Dann findet man den Fehler wohl eh nie.)

Noch ein Hinweis (von Andreas), den ich auch beobachtet habe auf Fotos von weiteren Modellen von mir: In nicht wenigen T2 ist der Fi205 mit Siegellack bereits fixiert - und laut Andreas bricht das Innenleben extrem leicht. (Mein Filter gestern ließ sich schwerer drehen!) Diesen sollte man also ggf. mit Lösungsmittel erst lösen.

Gruß - Rüdiger
Zuletzt geändert von Rudikar am 18.07.2013, 13:00, insgesamt 1-mal geändert.
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#10 Beitrag von Friedel » 18.07.2013, 12:57

Das ist wie so oft die ZF Durchlasskurve und was man da einstellt ist die Ratiomitte.
Der Tuner erkennt beim Suchlauf die Ratiomitte und bleibt beim Optimum stehen.
Das Thema wurde bereits mehrere Male hier im Forum angesprochen.

> | <

Wenn (wie oft auch beim CC4 oder R4) die Ratiomitte ein wenig daneben steht, dann wird beim Suchlauf die korrekte Frequenz nicht erkannt, sondern steht knapp daneben bei Optimum. (z.B. 93,15MHz anstelle von korrekten 93,20MHz) Will sagen, stellt man per Hand die 93,20MHz ein, leuchtet ein Pfeil und der Strich erst, wenn die Frequenz minimal daneben steht.

Wenn nun im Falle des T2 die Spannung um mehrere Volt daneben steht, so sollte man vor nem Abgleich zuerst die Betriebsspannungen prüfen (auch auf Brumm) und ggflls. zuerst die Elkos wechseln.
Alterungsbedingt mag sich auch ein Filter verstimmen, aber in meiner Praxis nie so weit.
Was das Entfernen des Siegellacks angeht, so bitte mit Vorsicht genießen. Der Kupferdraht im Filter ist mit einer dünnen Lackschicht versehen, die dadurch evtl. angegriffen wird.
Ich persönlich entferne den Sigellack nur oberflächlich, drehe dann vorsichtig mit einem passenden Inbusschlüssel ein paar mm links und rechts, um zu sehen, dass das Filter gangbar wird. Erst dann gehe ich mit einem Kunststoff Abgleichstift daran und stelle den Ratio Mittendetektor ein.

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