Selber Löten:Welches bezahlbare Werkzeug ist empfehlenswert?

Gewerbliche Umbauten müssen als solche gekennzeichnet werden!
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Paparierer
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Selber Löten:Welches bezahlbare Werkzeug ist empfehlenswert?

#1 Beitrag von Paparierer » 27.02.2011, 15:37

Der Titel sagt es schon; eh ich an meine R4-Ruine gehe, möchte ich werkzeugtechnisch etwas aufrüsten. Digitale Lötstationen scheint es bis etwa 100€ und dann wieder ab ca. 600€ zu geben (grob vereinfacht).
Kernfrage: Was ist empfehlenswert, wenn man es als Hobby - neben anderen :roll: - betreibt?

Gruß, Gereon
(derzeit wieder in der Heimat :wink: : Brühl bei Köln)

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#2 Beitrag von v/d/b » 27.02.2011, 16:10

Hallo Gereon,
ich bin bislang mit einem 25W Lötkolben von Ersa mit flacher Spitze und einer Entlötpumpe gut zurecht gekommen.
Für SMDs habe ich noch eine Lötpinzette.
Wenn ich dieses Jahr meine kleine "Werkstatt" einrichte, wollte ich mir so etwas zulegen.
Nach dem, was man so ließt, scheint das Teil ganz brauchbar zu sein.

Viele Grüße
Thomas

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#3 Beitrag von roland » 27.02.2011, 17:09

hallo gereon,

bei den lötstationen scheiden sich die geister, ich löte seit fast 20 jahren mit weller-stationen und habe diese beruflich eingesetzt. wenn es für mich wäre, würde ich lieber eine gebrauchte weller kaufen als ein no-name produkt. ich selbst benutzte diese hier und bin seit vielen jahren damit sehr zu frieden.

für smd benutze ich eine ersa-lötstation mit spezieller hohlkehlspitze. ich möchte jetzt die anderen produkte nicht schlecht machen, sondern spreche nur von meiner langjährigen erfahrung mit den weller-produkten. :wink:
herzlichen gruß

roland

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#4 Beitrag von v/d/b » 27.02.2011, 17:28

Hallo Roland,
ich bevorzuge normalerweise auch Qualitätswerkzeug und kaufe lieber eine Nuss von Hazet, als einen Ratschenkasten bei Obi :wink:

Bei den Entlötstationen von Ersa oder Weller ist man aber wohl mit >= 1000,-€ dabei. Das ist mir für den reinen Hobbyeinsatz dann doch etwas viel Geld.
Im professionellen Umfeld sieht das natürlich ganz anders aus.

Nach meiner Erfahrung kommt man wie gesagt auch mit einem guten "normalen" Lötkolben und einer Entlötpumpe aus. Allerdings ist die Handhabung schon etwas umständlich.

Ich selbst habe keinerlei Erfahrungswerte mit der o.g. Entlötstation aus fernöstlicher Produktion. Das in dem verlinkten Beitrag gesagte hört sich in meinen Ohren aber gar nicht so schlecht an.
Vielleicht gibt es ja hier jemanden, der das Teil schon mal testen konnte?

Viele Grüße
Thomas

andreas schnadt
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#5 Beitrag von andreas schnadt » 27.02.2011, 18:59

@ Thomas
Bin mit einer digitalen Lötstation von Conrad für 84 € sehr zufrieden, ultrakurze Anheizzeit, alle Teile wechselbar und arbeite je nach Einsatz mit verschiedenen Spitzen, regelbar 150 -450°C, Best. Nr. 58 89 99-85 für 80 Watt, gibts auch mit 50 und 100 Watt.
Viel Erfolg beim Löten! Andreas
Viel Freude beim Hören !

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#6 Beitrag von v/d/b » 27.02.2011, 19:27

Hi Andreas,
danke für den Hinweis.
Was mir vor allem wichtig wäre, ist was Vernünftiges zum Entlöten.

Viele Grüße
Thomas

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#7 Beitrag von roland » 27.02.2011, 19:36

hi thomas,

bezgl. der entlötstationen gebe ich dir recht...die waren mir selbst für den beruflichen einsatz zu teuer :wink: . aber mußt du denn soviel auslöten...das du eine entlötstation brauchst :?: ich gebe ja zu...ist natürlich bequemer ich mach es immer noch auf die "herkömmliche" art...entweder flutsche oder entlötlitze...oder beides zusammen.

nachteil bei der entlötlitze ist natürlich der erhöhte und schneller verschleiß der lötspitze. diese sollte man auch nach dem einsatz von entlötlitze gut säubern und sofort wieder richtig dick verzinnen :!:
herzlichen gruß

roland

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#8 Beitrag von Gunnar » 27.02.2011, 19:42

Hallo,
p1i hat geschrieben:Hi Andreas,
danke für den Hinweis.
Was mir vor allem wichtig wäre, ist was Vernünftiges zum Entlöten.

Viele Grüße
Thomas
praktisch ist eine Lötstation, weil man dann die Temperatur einstellen kann. Ob das nun Digital oder über einen Poti gelöst ist, ist eigentlich Spielerei. Nur braucht man halt für große Lötpads/Drahtanschlüsse einfach mehr Hitze als für ICs. Ebenfalls ist eine Lötspitze zum Austauschen praktisch (gerade bei SMD).

Zum Entlöten verwende ich einen Lötabsauger Bild und Entlötlitze Bild.

Besser gehts natürlch mit einer Entlötstation, was aber für den Privathaushalt kaum bezahlbar ist.

Gruß
Gunnar

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#9 Beitrag von v/d/b » 27.02.2011, 20:22

Das ist das Equipment, das ich auch hier habe.
Bei der kompletten Revidierung meines CSV 13 wäre eine Entlötstation aber schon ganz nett gewesen.
Aber es eilt ja auch nicht. Im Frühjahr geht es sowieso erst mal mit der Restaurierung unseres Hauses weiter.

Und eigentlich ging es ja auch gar nicht um mich, sondern um Gereon :wink:
Ich hoffe, er konnte aus unserer Diskussion für sich etwas herausziehen.

Viele Grüße
Thomas

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#10 Beitrag von Uli » 27.02.2011, 22:07

Also, ich arbeite schon seit Jahren mit der Weller-Lötstation WECP-20 & Lötkolben LR-20.
Die Temperatur kann über ein Poti geregelt werden.
Der LR20 Kolben hat den Vorteil das man Spitzen im laufenden Betrieb mit einer Zange schnell wechseln kann, hier werden die Spitzen mit einer Überwurfmutter gehalten. Ich kenne die Ersa´s wo die Spitze nur auf den Kolben gesteckt wird, da leiern aber die Spitzen mit der Zeit aus. :?
Digitale Temp.-Anzeigen sind zwar nett, aber wer braucht das schon, die Poti-Temperaturscala reicht eigentlich vollkommen aus.
Gebraucht bekommt man solch ein Gerät in der Bucht zwischen 60-100€ und die sind eigentlich unkaputtbar!

Zum entlöten mit Litze bin ich weggegangen, nachdem die Hitze z.T. die Platinenbahn gelöst hat, daher verwende ich das nur noch selten.
Ein Tipp für schnelles absaugen sind rückschlagfreie Saugpumpen von SOLDAPULLT:
Bild
hier macht das ablöten richtig spass da auch das Absaugvolumen größer als bei herkömmlichen Pumenstiften ist und man beim auslösen die Spitze nicht mehr verreißt. Gibts zB bei Conrad

Gruß... Uli

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#11 Beitrag von andreas schnadt » 12.03.2011, 10:50

Freunde des Lötens,
habe im neuen pearl Katalog noch was Preiswertes gefunden:
Premium Lötstation mit elektronischer Temperatursteuerung
48 Watt, 50g leichter antistat. Lötkolben an 110cm Kabel
und das für 49,90 €.
Bestell-Nr. 5335-49
Leider zu spät für mich, sieht gut aus im Katalog.
Gruß Andreas
Viel Freude beim Hören !

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#12 Beitrag von Paparierer » 12.03.2011, 14:05

Gekauft habe ich mir letzte Woche das:
http://www.pollin.de/shop/dt/NjA5OTUxOT ... D_917.html
Wenn man das Ding geschickt haben möchte, kommen noch 5Euro Versand und 1Euro Versicherung dazu. Für das Geld ist das für einen Gelegenheitslöter in Ordnung, finde ich...

Gruß, Gereon

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#13 Beitrag von v/d/b » 12.03.2011, 14:55

Hallo Gereon,
kannst Du mal von Deinen Erfahrungen mit dem Teil berichten?
Ist wohl derzeit die billigste Löt- Entlötstation, die zu bekommen ist.
Das Echo im Internet ist allerdings durchaus geteilt :roll:

Viele Grüße
Thomas

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#14 Beitrag von Paparierer » 12.03.2011, 15:08

p1i hat geschrieben:Hallo Gereon,
kannst Du mal von Deinen Erfahrungen mit dem Teil berichten?
Ist wohl derzeit die billigste Löt- Entlötstation, die zu bekommen ist.
Das Echo im Internet ist allerdings durchaus geteilt :roll:

Viele Grüße
Thomas
Hallo Thomas,
klar, mach' ich. Ein wenig dauert's aber noch, da vor meiner R4-Ruine erst noch anderes ansteht.
Schönes Wochenende,
Gereon

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#15 Beitrag von v/d/b » 12.03.2011, 16:07

Super, vorab schon mal herzlichen Dank!

Viele Grüße
Thomas

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#16 Beitrag von roland » 12.03.2011, 20:01

hey gereon,

das teil sieht echt gut aus und der preis ist mehr als zivil...bin auch gespannt was du von dem teil berichten kannst. für das geld...würd ich mir diese station auch zusätzlich kaufen :wink: .
herzlichen gruß

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Re: Selber Löten:Welches bezahlbare Werkzeug ist empfehlensw

#17 Beitrag von Paparierer » 24.01.2018, 09:09

Gerade gemerkt, dass ich schon lange noch eine Antwort schuldig bin - mea culpa...

Inzwischen gibt es diese Station (ZD-917) nicht mehr, aber ein Nachfolgemodell (ZD-987, z.B. bei Reichelt), dessen Leistungsdaten gleich sind. Hinzugekommen ist eine "Sleep"-Funktion, wenn der Lötkolben länger nicht gebraucht wird.
Für mich als Gelegenheitslöter vollkommen ausreichend zu einem Bruchteil des Betrags, der für eine Station von Weller aufgerufen wird.

Mit dem Entlöt-Teil habe ich bislang erst eine einzige Leiterbahn weggerissen/weggesaugt, das war aber an einem völlig maroden Patienten. Bei Entlötpumpen mit Federspannung gibt es meiner Ansicht[/Erfahrung] nach mehr Kollateralschäden - kann aber auch daran liegen, dass ich mit denen noch nie gut klargekommen bin...
Es gibt Entlötspitzen in drei Größen: 0,8 / 1,0 / 1,3mm.
Einen R4-Prozessor habe ich damit noch nicht ausgelötet, aber anderes Vielbeiniges, es sollte also problemlos gehen.

Der Lötkolben funktioniert ebenso zuverlässig, auch hier gibt es Ersatz-Lötspitzen in verschiedenen Größen, wobei ich nur mit der kleinsten (0,4mm) klar komme. Es gibt noch 1,0 / 2,0 / 3,0 mm, aber die sind wohl eher für andere Zwecke geeignet.

Gruß, Gereon
...meistens ist es was Mechanisches...
- wenn es nicht will, wende Gewalt an;
geht es kaputt, hätte es eh gewechselt werden müssen... :wink:

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